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Die Stichworte der Silberleute / Ludwig Bamberger
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Das Scheiter»aller bisherige»Versuche einerinternationalenVereinbarung.Die Mllnzcon-serenzen undUntersuchungs-commissionen.

Silber aus dem Lande drängten nnd beispielsweise Frank-reich mit minderwertigem italienischen Silber überschwemmten.Dieser Mißstand bildete bei der Erneuerung des lateinischenMünzvertrages den Gegenstand vieler Klagen und heftigerAuseinandersetzungen, aber er ist doch nur ein Geringesim Vergleich zn der Erschütterung, welche eintreten würde,wenn unter den heutigen Umständen das halsbrechendeExperiment versucht würde, die Vorräte des einzelnenLandes an Silber zu vermehren, dessen künstliche Wert-steigerung durch den Bruch des Vertrages wieder zu Schan-den gemacht würde.

Mit jedem Jahr wird es schwieriger eine Lösung fürdie Aufgabe zu finden, welche von den Vertretern einesüber die ganze Welt zn verbreitenden internationalen Münz-bundes gestellt wird. Gäbe es eine Formel, um diesesProblem zu lösen, sie wäre gewiß längst gefunden. Seitdem Jahre 1878, wo zum ersten Male in Paris die Kon-ferenz sämtlicher europäischer Staaten und der nordameri-kanischen Republik zusammentrat, hat nian alle Kraft da-ran gesetzt, die Ausführbarkeit eines solchen Programmszu beweisen und eine Einigung über dasselbe herbeizuführen.Alles, was an gutem Willen, Erfahrung und Kenntnissenzusammengebracht werden konnte, wurde aufgeboten. Mo-nate lang wurde debattiert, und schließlich konnte auchnicht der geringste Anfang einer Verständigung erzielt werden.Dasselbe Schauspiel wiederholte sich 1881 und zuletzt nochunfruchtbarer und hoffnungsloser als je zuvor am Endedes Jahres 1892 auf der mehrerwähnten Brüsseler Konfe-renz. Neben diesen allgemeinen und offiziellen Staats-konserenzen haben zwei aus freiwilliger Veranstaltung her-vorgegangen Konferenzen im Jahre 1882 in Köln undim Jahre 1889 in Paris sich demselben Zweck gewidmet,und endlich muß noch erwähnt werden, daß zwei in Eng -