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land niedergesetzte Untersuchungskoimnissionen, in den Iahren1876 und Z 886 87 viele Folianten mit Zeugenverhör, Gut-achten und Berichten über die gleichen Fragen gefüllt haben.Doch alle diese gewaltigen Anstrengungen sind gänzlichunfruchtbar geblieben, und die Brüsseler Konferenz hat vonneuem ein Zeugnis dieser Ohnmacht ausgestellt, als sie,ivas freilich keinen Unbefangenen überraschen konnte, denim Dezember angesetzten Termin des 30. Mai für ihrenWiederzusammentritt fallen lassen und ins Ungewisse hinaus-schieben mußte. Wie ließe es sich erklären, daß fünfzehn Jahresolcher Bemühungen vorübergegangen sein könnten, ohne daßdas Problem auch nur den kleinsten Schritt seinerLösung nähergerückt wäre, wenn nicht in der Sache selbst von Grund ausdas Hindernis läge, welchem findige Köpfe durch künstlich aus-geheckte Pläne beizukommen suchen? Nach solchen Erfahrungenkann man ruhig sagen, daß der Bimetallismus alle Hoff-nung fahren lassen kaun, bessere Wege zu entdecken, alser in diesen fünfzehn Jahren vorgeschlagen hat, um nur denAnfang einer Uebereinstimmung zwischen den Beteiligtenerstehen zu sehen. Geradezu komisch muß es auch wirken,wenn z. B. in Deutschland die wieder von neuem an-stürmenden Vorkämpfer für diese verlorene Sache das vonder Zeit besiegelte Urteil damit wieder angreifen wollen,daß sie den Ruf nach Einsetzung einer Untersuchungs-kommission erheben. Wem die Akten der eben angeführtenvielen Untersuchungskommissionen und Konferenzen bekanntsind, der kann unmöglich behaupten, daß es denkbar sei,noch neue Thatsachen oder Argumente herbeizubringen, dienicht bis zur Uebersättigung in den alten Akten aufgeführtwären. Eine neue Untersuchungskommission hätte vorallem die Aufgabe, Kenntnis zu nehmen von dem, wasin den Registern ihrer Vorgängerinnen verzeichnet steht,und man könnte einen Preis darauf setzen, irgend eine
-U.
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