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Die Stichworte der Silberleute / Ludwig Bamberger
Entstehung
Seite
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zweck? Wie wäre es z. B., wenn man auf einem anderenGebiete, sagen wir dem des Krieges, bei einer der wichtigstenEinrichtungen des Heeresdienstes fragen wollte, nicht, wiesoll sie gemacht werden, damit sie dem Zwecke der Landes-verteidigung am besten diene, sondern, damit irgend einerWare ein besserer Absatzpreis verschafft werde? Wenn bei-spielsweise vorgeschlagen würde, an Stelle des Gußstahls fürKanonen irgend ein anderes dazu minder geeignetes Produktzu gebrauchen, weil gewisse wirtschaftliche Interessen dadurchbefördert würden, so würde jeder Mensch einen solchenVorschlag für eine Tollheit erklären. Was aber hier voneiner Einrichtung gilt, bei der jeder den Irrtum leicht begreift,weil die Notwendigkeit, sie zweckmäßig zn gestalten, so scharfin die Augen sällt, das kommt logischerweise jeder Ein-richtung zu Gute und sollte am wenigsten übersehen werdenbei derjenigen, welche an Wichtigkeit für den Bestandeines großen Gemeinwesens kaum hinter der Heeresorgani-sation zurückbleibt. Mit andern Worten: Geld, wie jedesDing, das zu menschlichen Zwecken bestimmt ist, soll vonHaus aus zunächst diesem Zweck angepaßt werden, undder Zweck des Geldes besteht eben darin, daß dem Ver-kehr ein Zahlungsmittel geboten wird, welches seinen Be-dürfnissen am besten entspricht.Natürlicher ur- ^ Geldzeichen beispielsweise von 10 Mark,

wung und Cha. Schilling oder Franken in Gold nicht etwa einem fantastischenw'rlz«chm^°be- Vorschlag entsprungen, sondern durch die von der Er-s°»d°rsin fahrung bewährten und unbestritten vorhandenen Bedürf-Deutschiand, des Lebens vorgezeichnet worden. Sie aus Neben-

rücksichteu unterdrücken, hieße den Verkehr zweckwidrigbehandeln oder geradezu vergewaltigen, mit andern Worten,die Grundbedingung des wirtschaftlichen Lebens schädigen,was nicht bloß sich immer durch Schaden rächt, sondernauch durch die Auffindung von Mitteln zur Vermeidung