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Die Stichworte der Silberleute / Ludwig Bamberger
Entstehung
Seite
89
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des Schadens wieder umgangen wird. Man würde sichgründlich irren, wenn man glaubte, dem Verkehr so vielan Silberstücken aufdrängen zu können, als man ihm anGoldstücken von zehn Mark u. s. w. entzöge. Der Verkehr,welcher diese widernatürlicheUnbequemlichkeit hart empfände,würde sich auf andere Weise zu helfen suchen und würdebeispielsweise mehr Goldstücke von zwanzig Mark inAnspruch nehmen als bisher. Auf kein Land würdedieses Zwangsexperiment so wenig passen, wie aufDeutschland . Denn nicht ohne Ursache ist gerade dasgoldene Zehnmarkstück die grundlegende Münze für unsereganze Währung geworden, indem ihr der einfache NameKrone beigelegt wurde. Während das Zwanzigmarkstückals Doppelkrone nur einen abgeleiteten Namen trägt, hatder Gesetzgeber ausgesprochen, daß er dieser Einheit vonZehn Mark einen entscheidenden Wert beilegt, und er hatsich aus Gründen, die ins Einzelne zu verfolgen hier ent-behrlich ist, damit auch auf dem richtigen Wege befunden.Der Verkehr verlangt bei uns aus seinen? eigensten Instinktheraus fortwährend nach einer Vermehrung gerade dieserMünzeinheit in Gold, und das Reich hat sich immerwieder entschließen müssen, Goldkronen zu prägen, obwohles ökonomischer wäre, sich auf Doppelkronen zu beschränken,die im Umlauf durch Abreiben weniger rasch entwertetwerden und weniger Prägekosten verursachen. Noch inneuerer Zeit hat der Bundesrat die Ausprägung vondreißig Millionen Mark in Kronen angeordnet, weil vonallen Seiten das Begehren darnach grade für den Jnlands-verkehr hervortritt; und diesen zu befriedigen und so zubefriedigen, wie es dem Verkehr am liebsten ist, darinbesteht ja gerade die Aufgabe des Geldwesens.

Wir kommen daher zu dem Ergebnis, daß die An-nahme eines Antrages wie der des Moritz Levy von Grund