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Die Stichworte der Silberleute / Ludwig Bamberger
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der Bescheid, man sei bereit, aus den Vorschlag einzugehen, vor-ausgesetzt daß die Delegierten Amerikas diesmal mit positivenVorschlägen erschienen. Natürlich konnte diese Bedingungnicht erfüllt werden, und so vertröstete man sich daniit, denTermin wiederum auf sechs Monate zu verschieben. Bis dahinwerden sich wohl in Amerika selbst die Dinge so gestalten,daß die Amerikaner die Lösung der Schwierigkeit, in diesie sich durch eine srivole Gesetzgebers hineingestürzt haben,selbst in die Hand nehmen müssen.

Und so hat sich wieder einmal gezeigt, daß der uu- England '?widerleqlichste aller Gründe, nämlich die Unmöglichkeit der Stellung ,ur

^> > Silberstage von

Ausführung, sich all den Plänen und Beschwerden gegen-entscheidender Be-überstellt, mit welchen seit fünfzehn Jahren das aben-^uwns^Wie^chteuerliche Treiben der Silberfreunde sich beschäftigt. Es m°nn damit ab-mühte wunderlich in der Welt zugehen, wenn die Zukunft 5"^r-andere Entscheidungen bringen sollte als diese Vergangenheit.Weder die Projekte zur Verteuerung des Silbers auf ge-meinschaftliche Kosten, noch die gemeinsame Verpflichtunganf die freie Silberprägung werden sich in ansführbarenBedingungen formulieren lassen, über welche die dazu un-entbehrliche Vielheit der Regierungen diesseits und jenseitsdes Ozeans und deren Volksvertretungen sich einigenkönnten. Selbst wenn die bimetallistischen Stichworte nochmehr Verbreitung fänden als bisher, am definitiven Versuchwürde alles scheitern. Doch wird es kaum zu einem solchenendgültigen Versuch kommen. Vor allem wird es nicht gelingen,England zur Beseiügung der Goldwährung zu bringen.Nicht bloß die wirtschaftliche Einsicht der englischen Naüonsondern auch ihr zähes Festhalten an altem Brauch undGesetz verbürgen dies. Bedenke man, daß Großbritannien sich bis auf diesen Tag noch nicht einmal hat entschließenkönnen, das Dezimalsystem anzunehmen. Daher ist esauch ganz begreiflich, daß unter denen, die berufen sind,