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Entschließungen in dieser Frage zu fassen, man sich mitder Formel begnügt, daß keinesfalls an eine silberfreundlicheErwägung herangetreten werden solle, so lange nichtEngland bereit sei mitzugehen. Nicht alle, welche sichdieser Formel bedienen, halten es deshalb für richtig, einsolches Experiment mitzumachen, selbst unter Englands Mitwirkung. Aber da sie wissen, daß England nie mit-gehen wird, so sparen sie sich und Anderen Kopfzerbrechen,indem sie sich vorerst auf diesen Standpunkt zurückziehen.Wie es Eselsbrücken (pons a3ini) giebt, so giebt es auchEselsgräben (to88a asirii); die einen dienen dazu, einennützlichen Weg zu betreten, ohne die Ursachen dafür langezu studieren, die anderen dienen dazu, falsche Wege zuvermeiden um derselben Bequemlichkeit willen. Ein solchersehr praktischer und empfehlenswerter Eselsgraben ist derRuf: nichts ohne England ! Freilich haben die Ver-wegensten nur unter den deutschen Silberfreunden in Er-kenntnis dessen, daß sie von England nichts zn erwartenhaben, auch den Ruf erschallen lassen, man könne die Sacheohne England machen, und um die augenfällige Keckheiteiner solchen Behauptung iu verblüffender Weise aus-zustaffieren, sind diese Rufer im Streit fogar so weitgegangen zu versichern, es sei grade wünschenswert,daß England nicht mitgehe; das werde Englands Handelruinieren und die Doppelwährungsländer an seine Stellein der Welt setzen. Solche Sophisterei verdiente nichterwähnt zu werden, wenn sie nicht charakteristisch wäre fürdas Gebahren ihrer Urheber. Dieselben Leute, welche seitundenklichen Zeiten die Engländer als ein Krämervolk ver-schreien, dessen Egoismus auf Kosten der anderen Naüonenseine kalten Rechnungen verfolge, wollen jetzt Deutschland glauben machen, die Engländer verständen nicht so gut wiedie deutschen Binictallisten, was ihrem eignen Lande nütze