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Die Stichworte der Silberleute / Ludwig Bamberger
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Die Behaupwng°o» der Verkehrt-heit der Wert-relation von 1:!lS>/g, auf welche»ie deutsche Gold-währung basiert.Ihre angeblicheBegünstigung desGläubigers.

Alles bisher Gesagte könnte genügen, um zu zeigen,nicht nur wie falsch sondern auch wie hoffnungslos dasganze Treiben der Bimetallisten im Grunde ist. Aber umnoch mit einem Reste dessen aufzuräumen, womit es denSinn zu verwirren sucht, sei noch ein Blick geworfen aufdiejenigen Beschwerden, deren man sich außer den schonoben erwähnten bedient, um die deutsche Währung als eineQuelle von Unrecht oder Uebel zu schildern.

Da heißt es vor allem, es sei ein ungeheurer Irr-tum und Mißgriff gewesen, das Verhältnis von 1 ' 15^beim Uebergang zur Goldwährung in Deutschland zuGrunde zu legen, weil sich später ein ganz anderes Ver-hältnis zwischen den beiden Metallen entwickelt habe. Diesist jedoch ein ganz unberechtigter Vorwurs. Das Verhältnisvon Silber zu Gold kommt überhaupt in dem deutschenVerkehr nicht zur Anwendung, weil eben Silber gar keinvollgiltiges Zahlungsmittel mehr ist, oder niit anderenWorten nicht frei ausgeprägt werden kann. Das ist jaauch darin ausgedrückt, daß diejenigen Silbermünzen,welche nack^ Absicht des Münzgesetzes in Wirklichkeit be-stehen bleiben sollten, nicht einmal in dein Verhältnis von1' IS'/ - sondern in einem solchen ausgeprägt sind, welchesdas Silber noch höher schätzt. Denn während die Thalernoch so ausgeprägt sind, daß aus einem Pfund Silberneunzig Mark gemünzt werden, ist die Reichsscheidemünzeauf dem Fuß ausgebracht, daß aus einem Pfund hundertMark gemacht werden, also ein!' Silberwert hierbei zuGrunde gelegt ist, der auch damals längst aus der Weltverschwunden war. Das beweist zur Genüge, wie sich auchaus den Verhandlungen über diesen Gegenstand ergiebt,daß man auf das Verhältnis von Silber zu Gold inDeutschland für die Zukunft deshalb gar keinen Wert legte,weil mit dem Ausschluß der freien Silberprägung der