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Die Stichworte der Silberleute / Ludwig Bamberger
Entstehung
Seite
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Schaden noch Nutzen ans der einen oder anderen Seitezu gewärtigen hatten. Zur Beantwortung dieser Frage alsokonnte keine Untersuchung dienen, wie in ferner Zukunft etwadie beiden Metalle zu einander stehen würden, und einesolche Frage zu beantworten, wäre auch bekanntlich keinMensch im Stande. Es mußte vielmehr einfach gefragtwerden! wie steht heute der Silberpreis? und da dieserSilberpreis in Gold ausgedrückt in jenen Tagen das Ver-hältnis von 15^2 zu 1 (beiläufig 61 Pence per Unze)verwirklichte, so mußte dieses Verhältnis zn Grunde gelegtwerden. Welches andere hätte man denn wählensollen? Eines das nach zehn oder nach zwanzig Jahrensich herausstellen würde, eines von 18:1 wie zehnJahre später, oder eins von 24:1 wie heute? Dannhätte damals, in dem Jahre 1373, wer 3 M. zu fordernhatte, nur einen Wert von nahezu 2'/s oder 2 M. in Goldempfangen, und eine so schreiende Rechtsverletzung, wenn sichüberhaupt ein Grund dafür hätte finden lassen, wäre garnicht ertragen worden. Als nun allmählich der Silber-preis zu weichen begann, hatte dies für die laufenden Ver-bindlichkeiten keine Bedeutung mehr. Denn der Silberpreishatte keine Wirkung, wenn Silber nicht mehr zur freienPrägung zugelassen war. Nun wird dem entgegengesetzt,zunächst die Schuldner aus langjährigen Verpflichtungenhätten seinerzeit auf Silber kontrahiert und demnach einRecht, beispielsweise noch jetzt, wenn ihre Schuld 20 Jahrezurückdatiere, dieselbe in Silber abzutragen. Man willihnen also den Anspruch zuerkennen, ihre Verbindlichkeitenheute in einem Metall zu bezahlen, welches über ein Drittelweniger wert ist als zur Zeit, da sie Schuldner wurden.Wer aber will behaupten, daß wirklich ein solches Rechtauf ungerechte Ausbeutung eines Zufalles bestehe? WäreSilber die geltende Zahlungsmünze geblieben und dabei