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Die Stichworte der Silberleute / Ludwig Bamberger
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zu solcher Wertverminderuug gekommen, so wäre das einunglücklicher Zufall für alle Gläubiger, welchen sie tragenmüßten wie andere böse Zufälle. Aber zu behaupten, daßder Schuldner ein Recht hätte auf eineu solchen Zufall,ist reine Willkür. Der Gesetzgeber konnte in dem Augen-blicke, wo er an die Stelle des Silbers das Gold setzte,nichts anderes ermitteln als das herrschende Verhältnis,und so hat neuerdiugs auch die österreichische Gesetzgebung,nach eifriger Prüfung der Frage, entschieden.

Ein Beispiel mag erläutern, daß dies allein der richtige ^'^"teru»., durchWeg ist. Zu verschiedenen Zeiten sind Leistungen in Na- ^

Ablösung von

turalien, die auf landwirtschaftlichen Gebieten ruhten, in N°mr°r- durchGeld umgewandelt worden; an Stelle von Zehnten undähnlichen Naturalabgaben wurden Renten in Geld gesetzt,die als gleichwertig für erstere in Zukunft ausbezahltwerden sollten. Wem wird es in solchen Fällen beikommen,den Preis des Getreides, an dessen Stelle die künftigeGeldleistung tritt, nach einem audereu Fuß zu berechnenals dem zur Zeit der Umwandlung bestehenden und wennnicht nach dem Augenblick der Minute so doch nach einemetwaigen Durchschnittspreis, der in der letzten Periode ge-herrscht hat? Genau dieser Standpunkt wurde bei der Um-wandlung der Silber- in Goldzahlung bei den Reichstags-verhandluugeu, namentlich in der Sitzung vom l l. No-vember 1871, von dem Verfasser vertreten, und alles wasdie bimetallistische Fabel ihm seitdem von angeblichenAeußerungen über den zukünftigen Gang dieses Verhältnissesin den Mund gelegt hat, ist reine Erfindung. KünftigeVerhältnisse kann der Gesetzgeber nicht zu Grunde legen,da er sie nicht zu erraten in der Lage ist. Das genügt.

Nun wird von allen Seiten zugegeben, daß kein Metall, D°° °ng°bl>ch-auch nicht das Gold, aus immer unveränderlich ist, und was S"t"-sse d-roben von den Vorzügen eines im Preise sinkenden Geldmetalles Siib-rwährung.

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