sicher heute nicht besser auskommt mit den sechshundertMark, die ihm in Gold ausgezahlt werden. Wenn manein Volksrcferendum anstellen könnte mit der Frage,wie viele Leute sich beschweren, daß sie für ein Dreimark-stück in ihrer Tasche nicht genug, und wie viele sich be-schweren, daß sie zuviel dafür kaufen könnten, auf welcherSeite würde wohl die Mehrheit sein?
Endlich sei anch noch nebenbei bemerkt, warum die Be-hauptung, der seit zwanzig Jahren eingetretene Rückgangdes Silbers treffe im Schuldvcrhältnis den ärmeren Mannganz besonders, falsch ist. Es mag noch vorkommen, daßder Arme Schuldner des Reichen wird auf kurze Zeit!Kredit auf Jahrzehnte giebt der Reiche dem Armen gewißnicht, während umgekehrt grade aus den geschilderten Ver-hältnissen hervorgeht, daß auf lange und späte Jahrehinaus der Arme dem Reicheu sein Geld anvertraut, umes allmählig zurückzuziehen, daß also bei einer Steigerungdes Geldwertes viel mehr der ärmere Teil der Bevölkerungden Vorteil hätte als umgekehrt. Und endlich noch eins.Vergesse man nicht den Niedergang des Zinsfußes. Denkeman nur z. B. an die Herabsetzung des Zinsfußes derStaats- und Eisenbahnpapiere ^Konversionen) und setzeman den Fall, alle von zurückgelegten Spargroschen er-hobenen Zinsen würden nicht nur um ein Drittel oder einViertel durch Zinsreduktion, sondern auch um ebensovieldurch Verminderung des Geldwertes herabgesetzt.Di- Schädigung Es wird auch angeführt, daß die Wertverminderung.°r Siib»pr°d..l-Silbers den Besitzstand und die Produktion Deutsch-W-rtverminde- lands schädige. Freilich gehen die Silberfreunde nicht so' weit, daß sie behaupten, die Interessen beispielsweise derMansfelder Silberbergwerke oder der Besitzer von Silber-geschirr sollen ausschlaggebend sein für die Einrichtungeiner so großen Angelegenheit wie die Münzreform. Aber