- 101 —
so nebenher soll doch auch diese Betrachtung mitspielen.Allerdings hat eine solche Betrachtung in den VereinigtenStaaten ihren Einfluß ausgeübt, aber sie hat eben dieseGesetzgebung auch in so verhängnisvolle Wege getrieben,daß sie viel eher als Abschreckung wie als Ermunterungfür andere Staaten dienen kann, um so mehr, wenn diehier angerufenen Interessen lange nicht so umfangreich sind,wie die amerikanischen . Man spricht von der Silber-produktion der deutschen Bergwerke, und in Tendenzschriftendieser Gattung wird vorgerechnet, wieviel Geld die deutschenSilberbergwerke heutzutage einnehmen würden, wenn derPreis noch so hoch stände, wie er vor zwanzig Jahrengestanden hat. Ganz abgesehen von der zweifelhaftenBerechtigung auf die Erziclnng eines solchen Preises undvon der Möglichkeit ihu zu erhalten, sei nur erwähnt, daßdie bei solcher Gelegenheit vorgebrachten Zahlen einenHauptumstaud verschweigen. So lesen wir in einer derneuesten Schriften dieser Art, die deutsche Silberproduktionbetrage im Jahr 382 000 Kilo, und da jetzt 1 Kilo etwa60 Mark iveniger wert sei als ehedem, so bedeute das fürDeutschland einen Verlust von zwanzig Millionen Markim Jahr. In der That aber verhält sich das ganz anders.Unter den 332 000 Kilo, welche die deutschen Silber-schmelzen herstellen, waren im Jahre 1891 aus deutschenBergwerken nnr 130 000 Kilo hergekommen, das andere,also über die Hälfte, entstammte Silbererzen, die vomAusland kamen, und deren Wertverminderung nicht derdeutsche Produzent, sondern der auswärtige Verkäufer desErzes zu tragen hatte. Dies nur beiläufig, da der ganzeGedanke, den deutschen Geldumlauf nach dem Nutzen derBergwerke zu regeln, begreiflicherweise ein unhaltbarer ist.
Eine andere Rücksicht wird davon hergeleitet, daß die ^^«ch^Besitzer von in Silber verzinslichen nnd rückzahlbaren B^er»°»m