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Die Stichworte der Silberleute / Ludwig Bamberger
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LUber verzins- Wertpapieren durch den Niedergang der Silbervaluta>ihlb°r°"n"Wert- k^'^" Schaden erlitten. Vorab muß hier bemerkt werden,mim»-» durch die daß gewiß derjenige Teil der Bevölkerung, welcher Geld-

Goldwithrung, miltigen in ausländischen Papieren macht, nicht zu jenen gehört,auf welche wegen ihrer bedrängten Vermögenslage in dieserAngelegenheit besondere Rücksicht zu nehmen wäre. Aber diethatsächliche Unterlage für die ganze Berücksichtigung isthinfällig, weil veraltet. Sie entstammt der Zeit, wo inOesterreich noch Silberzahlung galt und wo namentlich inSüddeutschland aus der Zeit vor 1866 viele österreichischeStaatspapiere in den Händen des großen Publikums sichbefanden. Das alles hat sich aber von Grund aus ge-ändert; nicht bloß hat die Sitte, sich mit Geldanlagen nachOesterreich zu wenden, in Deutschland bedeutend nach-gelassen, sondern es kann von Silberpapieren in Oesterreich selbst nicht mehr di>- Rede sein. Schon vor der jüngst inAngriff genommenen Währungsreform in Oesterreich , welchealle Silberzahlung beseitigen soll, hatte nicht bloß diePnpiervalnta, welche höher stand als das Silber, diesesgänzlich außer Thätigkeit gesetzt, sondern die große Mengeder österreichischen Staats- nnd Eisenbahupapiere, welcheauch von Deutschland aufgenommen werden, sind aus-drücklich in Gold zahlbar gemacht, wie ja dies überhauptin der ganzen Welt jetzt unerläßliche Bedingung für jeden,der auswärtigen Kredit in Anspruch nimmt, geworden ist,daß er bei Uebernahme der Anleihe Verzinsung und Rück-zahlung iu Gold versprechen muß. Auch darin ist dieeinfache Goldwährung längst als Alleinherrscherin im Welt-verkehr praktisch anerkannt worden. Diese Veränderung hatnebenbei noch eine Bedeutung psychologischer Art fürDeutschland . Zur Zeit nämlich, als Anfang der siebzigerJahre unsere Münzrcform beraten wurde, begegnete sie ingewissen Kreisen, uameutlich auch den politischen der