- 103
Centrumspartei, darum lebhafter Abneigung, weil man da-selbst Sympathien für Oesterreich und infolgedessen fürseine damals wenigstens dem Namen nach noch geltendeSilberwahrung empfand. Dies alles hat sich seitdemdurchaus geändert. Nicht nur die Rücksicht auf die Soli-darität mit Oesterreich in diesem Punkte hat sich bedeutendabgeschwächt, sondern ihre Nutzanwendung in Gestalt derVorliebe für Silber hat jede positive Unterlage verloren.
Auch das Silbergeschirr muß noch herhalten, um zu D>° Schädig.»!beklagen, daß durch die herabgehenden Silberpreise der^B°M»v^Besitzstand der Nation vermindert worden sei. Wenn sich die Goldwäyrundas auch so verhält, so trifft es gewiß doch nur die Be-sitzer eines Luxusartikels und nicht einmal mit der Wirkungeines Schmerzes. Wer einige Dutzend silberner Besteckein seinem Haushalt besitzt, wird nicht betrübt sein durchdie Vorstellung, daß sie weniger wert sind als früher, undwer große Prunkgeschirre und Tafelaufsätze besitzt, wirduus nicht zu Thränen rühren. Wollte man doch solchekindliche Betrachtungen bei Erörterung über das großeGeldwesen mit einstießen lassen, so wäre es viel eher amPlatz zu fragen, was denn bevorstände, wenn es gelingenkönnte, das Silber auf seine frühere Höhe dem Goldenahe zu rückeu. Dann würde doch das Gold, an demnun zur Herrschaft kommenden Silbcrgelde gemessen, umeben so viel im Werte verringert und die Besitzer vonGoldwaren würden geschädigt. Nun ist es außer Zweifel,daß der Besitz an goldenen Schmuckgegenständen an sichviel höhere Summen ausmacht als der au Silber, unddaß grade in den weniger besitzenden Klassen die kleinenGoldsachen zu persönlichem Gebrauch, wie Ringe, Schmuck,Uhren, Ketten u. dgl. viel verbreiteter sind, als der Besitzvon silbernem Hausgeräte. So würden schließlich bei der
s^-««»^