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Die Stichworte der Silberleute / Ludwig Bamberger
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Das bime-tallistische Stich-wort von derkurzen Decke."

eine etwaige Reform ebenfalls der reinen Goldwährimggewidmet sein wird.

Am meisten Furcht uud Schrecken hat die Silber-agiiation ohne Zweifel ihrer Zeit mit dem Stichwort derkurzen Decke" verbreitet. Wir haben oben schon gezeigt,wie wenig die Ziffern des Verkehrs und seiner Zahlungenmit denen des baren Geldvorrates in ein berechenbaresVerhältnis gebracht werden können; aber zum Schluß dürfenwir doch nicht unerwähnt lassen, wie auch die thatsäch-lichen Behauptungen über den Rückgang der Goldproduk-tiou und den daraus abgeleiteten künftigen Mangel neuererZeit sich als haltlos erwieseu haben. Der Name desWiener Geologen Eduard Sueß , der im Jahre 1876 ineinem gelehrten Werk die bevorstehende Erschöpfung allerGoldproduktiou verkündet hatte, ertönte als das wirksamsteSignal iu sämtlichen alarmierenden Schriften und Redender Silberpartei, und, wie das so zu gehen pflegt, selbstheute, wo die offenkundigen Thatsachen diese Prophe-zeiungen schlagend widerlegt haben, muß die alte Leiernoch immer ihre Dienste leisten. Die Goldproduktiou hatsich, wie bekannt, in den letzten Jahren nicht nur gehobensondern teilweise auch einen Charakter angenommen, dereine ganz andere Stetigkeit verheißt, als der berühmte Geo-loge sie ahnen wollte. Die Goldgewinnung der Welt,welche noch vor 10 Jahren (1883) auf 400 MillionenMark zurückgegangen war, erreichte im Jahre 1886 bereits440 Millionen, im Jahre 1889 510, 1892 550 Millionenuud wird im laufenden Jahre wahrscheinlich über 560Millionen Mark betragen, und das geht schon au die höch-sten Zahlen (570 Millionen Mark) heran, die überhauptseit der Entdeckung der californischen und australischenMinen erreicht worden sind. Ja, die angegebenen Zahlendes letzten Jahres 1892 bleiben vermutlich hinter der Wirk-