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Die Stichworte der Silberleute / Ludwig Bamberger
Entstehung
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Präzedenzfall wäre. Und sehr viele Interessen würden dabeiihre Rechnung finden. Warum diese Metalladern so schnellausleeren, deren Ende man früher oder später doch sehenwird? Wenn man durch Verminderung der jährlichenProduktion um ein Viertel die Preise um ein Drittelheben sollte, so würden die Minen dabei in der Gegenwartnichts verlieren und, was die Zukunft anbetrifft, so ist esklar, daß sie da gewinnen würden. Aber wird man wohldahin gelangen, selbst mit Hilfe des Eingreifens und derAufsicht der Regierungen, so viele verschiedenartige Unter-nehmungen, die nach allen vier Richtungen der Erde zer-streut sind, zur Annahme dieses leitenden Grundsatzes zubringen? Es wird erlaubt sein, daran zu zweifeln.

In jedem Falle ist es das Beste, die Dinge zu sehenwie sie sind.

Das Silber verdient heute nur noch zur Hälfte denNamen eines Edelmetalles. Es ist ein heruntergekommenesMetall, und es wird sein Gleichgewicht nur wiederfinden,wenn es im Stande ist, oder vielmehr wenn wir im Standesind, ihm, ohne zu lange zu warten, andere Absatzwegezu verschaffen, als diejenigen sind, welche heute seine Rolleals Münze zuläßt.

Indessen, sageu wohlmeinende Leute, es ist Mangelan Gold vorhanden, und wenn dieser Mangel zugegebenwird, so ist es nötig, daß das Silber zu Hilfe eileund die Preise hindere, endgiltig im Niedergang zubleiben.

Die Interessen, welche der Niedergang des weißenMetalls schädigt oder beunruhigt, bilden zum mindestenvier verschiedene Gruppen.

Die erste Gruppe, weniger zahlreich als die anderen,aber mehr in direkter Weise betroffen, ist die der Besitzervon Silberminen. Da sich nach dem Preis der Barren