— 126 -
in den civilisierten Ländern Mangel an Gold sei, seitdemdas Gold allein in ihrem ganzen Umfange die Funktiondes Geldes auszuüben berufen ist. Da das Silber alsWertmaß in Ruhestand versetzt sei, so hätte das Golddoppelte Arbeit nnd wäre dafür nicht ausreichend vor-handen. Daher rühre sein höherer Wert; und deshalbköuute man heute das Pfuud Sterling oder das Zwanzig-Francs-Stück gegen mehr Getreide, mehr Fleisch, mehrBaumwolle, Wolle, Eisen, Zucker oder mehr Alkohol ein-tauschen als früher; deshalb, mit anderen Worten, seiendie Preise gesunken.
Das ist die Beweisführung, ans ihre wesentlichenPunkte zurückgeführt; und sie hört sich ziemlich gutau. Die Virtuosen des Bimetallismus haben esübrigens verstanden, dieses Lieblingsthema mit hänfigeleganten Variationen auszuschmücken, und da eben ihrSchlußsatz lautet, daß ein Gesetz oder eine Münzkvuventiougenügen würde, um gleichzeitig mit der Wiedereinsetzungdes Silbers die Preissteigerung des Korns, der Weine,der Rüben, des Raps, der Banmwolle, der Wolle, desViehs u. dgl. zu sichern, so ist es ganz natürlich, daß inFrankreich, in England, in Deutschland viele Landwirtegläubig denen Beifall klatschen, welche die Sache sodarstellen. Offenbar kann unter gewissen Umständen derRückgang der Preise die natürliche Folge der zunehmendenSeltenheit des Zahlungsmittels sein. Aber befinden wir unswohl gegenwärtig dieser Wirkung und dieser Ursache gegen-über? Unsere Zweifel in dieser Beziehung richten sichgleichzeitig auf drei wesentliche Punkte:
1. Ist es wahr, daß der Rückgang der Preise unum-schränkt und allgemein in der Welt herrsche?
2. Ist es wahr, daß Mangel an Gold und infolge-