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Bis zur Abschaffung des Königtums
zum Jahre 500 v. Chr. Ihr Reich umfaßte damals außer Oher-italien das südlich an dieses sich anschließende Gebiet des eigentli-chen Etruriens, das heißt das zwischen der Küste des tyrrheni-schen Meeres und dem Appenin liegende Land, dessen Ost- undSüdgrenze der Tiberfluß bis dort bildete, wo dieser unterhalbRoms sich seiner Mündung nähert. Von dort an hat das rechteUfer der Mündung nie den Etruskern gehört, und wurde seit denAnfängen der römischen Siedlung von den Römern beherrscht.
Erst gegen das Jahr 510 v. Chr. vollendete sich durch dasEindringen der Kelten (Gallier) die Beschränkung des festländi-schen Gebiete der Etrusker auf das eigentliche Etrurien. (Tos-kana ).
Zum etrurischen Herrschaftsgebiet gehörte zeitweise dieInsel Elba, die Ostküste Korsikas und, südlich des römischen undlatinischen Gebietes, der größte Teil von Kampanien, dessen Küstedie seebeherrschenden Golfe von Neapel und von Salerno umfaßte.Die durch ein Bündnis mit Karthago (537 v. Chr.) gestützte See-macht der Etrusker erstreckte sich nicht nur auf das tyrrhenische,sondern auch auf das adriatische Meer, dessen Küste von der Mün-dung der Etsch bis etwa Ariminum (Rimini ) die Grenze ihresLandgebiets bildete.
Vor dem Eindringen der Gallier waren die Etrusker östlichdes Tiber nördliche Nachbarn der Umbrer, wie westlich des Flus-ses Nachbarn der Römer. Nachher waren sie westliche Nachbarn
gende Aufnahmestellung einnahmen, welche als Basis den Arnofluß mit denStädten Pisa und Faesulae nahm, nördlich jenseits des Arno das Gebiet biszum Appenin hin mit den Städten Luna (Spezzia), Luca (Lucca), Pistoria (Pistoia ) als Vorland in der Weise einschließend, daß die Nordgrenze desLandes Etrurien mit der Nordgrenze Liguriens und der Nordgrenze Umbrienseine von den Grajischen Alpen bis zum Adriatischen Meer reichende Frontliniegegen das gallische Massiv bildete. Diese Linie war, soweit sie Etrurien berührte, gegen das Jahr 400 v. Chr. und sie blieb fortan die Nordgrenzedes etrurischen Gebietes, auch nach dem gallischen Vorstoß, welcher im Jahre390 zur Niederbrennung Roms führte, sodann aber mittelst des römischenGegenstoßes mit der Zuriickwerfung der Gallier endete. Die Grenzen desLandes Etrurien erhielten freilich einen neuen Sinn als Etrurien nach drei-hundertjährigen Kämpfen mit Rom (bis 91 v. Chr.) dessen Imperium unter-worfen wurde.