Teil eines Werkes 
1 (1931) Von der ältesten Zeit bis auf Kaiser Konstantin
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Etrurien und Rom

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(Appenin und Tiber dazwischen) der Urnbrer. Ihre Grenze gegendie Römer blieb die alte.

Die Urnbrer, welche durch die Etrusker aus Oberitalien bissüdlich des Rubikon verdrängt waren, blieben bis zu ihrer wie derUrnbrer Aufsaugung durch Rom die Erbfeinde der Etrusker.

Die Römer dagegen hatten in den ersten zweieinhalb Jahrhun-derten ihrer Existenz, von 754 bis 508 v. Chr., gute Beziehungenzu den Etruskern. Zwar gab es nachbarliche Kämpfe mit etruski-schen Städten 4 * * * * * * * 12 ) besonders mit Veji (18 Kilometer nördlich von

4 ) Über die Bedeutung und das Verhältnis der etruskischen Städte un-

tereinander und zu dem Lande Etrurien ist zu sagen:

Über die Städte, welche die Etrusker einstmals außerhalb des späteren

Etruriens, also in Oberitalien , besaßen, wissen wir sehr wenig. Auch bevor

die Etrusker durch den Andrang der Kelten (Gallier) noch nicht auf Etrurien

beschränkt waren, sind aber die Städte des späteren Etruriens, deren nörd-

lichste Faesulae am Arno (Fiesoie) und deren südlichste Veji war, in einem

besonderen Bundesverhältnis vereinigt gewesen. Dieser Verband bestand aus

12 Stadtstaaten, deren jeder einen König hatte. Das Bundesverhältnis warnicht sowohl politischer als religiöser Natur. Jede Stadt führte ihre Politikund ihre Kriege selbständig. Niebuhr (Römische Geschichte I S. 72) cha-rakterisiert das Verfassungs- und Bundesverhältnis dieser Städte folgendermaßen:Die königliche Würde, nicht erblich in einem Heroengeschlecht wie inGriechenland , sondern eine Magistratur auf Lebensdauer, wie die römische,erhielt sich zu Veji bis zum Untergang der Stadt. Die zwölf Städte Etruriensernannten für alle einen Oberpriester, der den Nationalfesten Vorstand. Beigemeinen Unternehmungen ward einem der zwölf Könige der höchste Be-fehl übertragen, und er empfing von jeder Stadt einen Lictor. Selbst Por-senna, wie sehr ihn auch die alten Lieder verherrlicht haben, ist in derrömischen Geschichte nur König von Clusium . Indessen bewegt er die Kraftder gesamten Nation, und es scheint in den früheren Zeiten Vereinigungdurch Macht eines Oberhauptes zuweilen eingetreten zu sein. Von der Zeitaber, wo die römische Geschichte annalenmäßig ist, stehen die Städte ein-zeln ; nur zufällig und vorübergehend verbunden. Doch wie lose auch dasBand etruskischer Föderation war, so ist sie es gewesen, welche Kriege zwi-schen den Städten gehindert hat; wovon sich keine einzige Spur findet.

Die von den einzelnen Städten beherrschten Landgebiete waren ver-schieden groß und veränderlich. Auch wechselten die Mitglieder mehrfach.Die Liste der Bundesglieder variiert in der Überlieferung. Es werden ge-nannt: Falerii, Volsinii, Clusium, Perusia, Cortona, Aretium,Pisae, Faesulae, Veji, Volaterrae, Populonia , Russellae, Vetulonium,Saturnia, Cosa, Volci , Tarquinii, Caere, Salpinum, Aurinia. Die geogra-