16 Bis zur Abschaffung des Königtums
erwiesen und insofern belanglos für das Verhältnis derneuen Siedler zu Etrurien , als sicher ist, daß diese in der Königs-zeit mit Alba Longa und den Latinern des Albaner-Gebirges kei-nerlei Gemeinschaft pflegten.
Die isolierte Lage Roms in der gegen das Meer wie gegen dasGebirge offenen, menschenleeren und ungesunden Tiber -Ebenewäre für die Römer unerträglich gewesen, wären sie nicht derStützung und der Förderung des mächtigen Etruriens teilhaftiggewesen, sowie die Möglichkeit gehabt hätten, Kraft und Fähig-keiten der jungen Siedlung auch nach anderer Seite, das heißt indem Zusammenwirken mit den Nachbarn, aktiv zur Geltung zubringen.
Die Gunst der Etrusker und das positive Entgegenkommender Sabiner gewährte den Römern, was sie bedurften.
Die beiden mächtigsten politischen Hebel: Interessengemein-schaft und Sympathie waren sowohl auf Seiten der Etrusker alsder Sabiner gegeben. Dem widerspricht nicht die Überlieferungvon Kämpfen, welche die Römer alsbald nach der Gründung derStadt gegen Etrusker und Sabiner zu führen hatten, auch nicht dieErzählung von dem 4 Monate nach der Stadtgründung statt-gefundenen Raub von 30 (sic) sabinischen Jungfrauen. Jene Ge-sichtspunkte der Interessensolidarität und der Sympathie warenauch zwischen Sabinern und Römern durch tiefgehende Überein-stimmung sittlicher und religiöser Gesinnung und Gesittung ge-stützt. Gemäß der rauhen Tatsächlichkeit der Dinge waren aberMißtrauen, Eifersucht, Vorwalten kurzsichtiger Tagesinteressentrotzdem nicht ausgeschlossen. Aber die daraus entspringendenKämpfe wurden ritterlich geführt und endeten typisch mit freund-schaftlichen Abmachungen, die sabinischen Auseinandersetzungensehr rasch mit staatlicher Fusion. Als diese stattgefunden hatte,war auch das Interesse der Etrurier an der Aufrechterhaltung gu-ter Beziehungen zu dem geeinten und rasch sich entwickelndenjungen sabinisch-römischen Gemeinwesen gesteigert. Rom wardder Brückenkopf des etruskischen Reiches gegen Süden und gegenOsten, zugleich der Wächter des Tiberlaufes bis zum Meer. Rom aber ward andrerseits Nutznießerin der Herrschaft Etruriens über