Die Gründung der palatinischcn Stadt
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Italien bis zu den Alpen und über die Meere. Über Caere und denHafen Pyrgi erhielten die Römer die Wirtschafts- und Kultur-güter der ganzen Welt.
Dem Niedergang der etruskischen Macht, welchem der Auf-stieg Roms korrespondierte, entsprach auch der Niedergang desInteresses der Römer an Etrurien. Was Rom von Etrurien annationalen Kulturgütern rezipieren konnte, war schon 5x0 v. Chr.in Rom abschließend rezipiert. Es darf aber nicht übersehen wer-den, daß die seitdem einsetzende Umwandlung der Freundschaftin harte Kämpfe, mit dem Hin- und Herwogen der Heere über dieGebiete beider Streitteile und wirtschaftlichen Stockungen Kultur-berührungen nicht ausschloß, vielmehr solche in neuen Formenerzeugte. Kriegerische Okkupation bringt auch Kulturbeziehung,und nicht selten Kulturaustausch.
Kapitel II.
Die Gründung der palatinischen Stadt.
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n einer Darstellung der Stadtgeschichte ist es gebotendie alte Sage von den Gründern und der GründungRoms in aller Ausführlichkeit mitzuteilen, gleichviel,wie es mit der historischen Wirklichkeit oder Wahr-scheinlichkeit bestellt ist. Die Sage ist nicht nur bei Livius (I 3 ff.), sondern in zahlreichen anderen Literaturdenkmälern so-wie in Architektur und Plastik überliefert, insbesondere in Gestaltder uralten Bronzeskulptur der Kapitolinischen Wölfin (in derSala della Lupa des Konservatorenpalastes) „dem ehrwürdigstenaller römischen Denkmäler“, welches wahrscheinlich um 500v. Chr. als etruskische Arbeit entstanden ist.
Die Sage sei hier nach A. Schweglers Darstellung im engstenAnschluß an die römischen Quellen wiedergegeben.
Der Albanerkönig Procas hinterließ zwei Söhne, Numitor undAmulius. Dem Ersteren, als dem Älteren, gebührte das Reich.
Neomario, Geschichte der Stadt Rom
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