Die Gründung der palatinischen Stadt 21
Rome (1722 in der Akademie der Inschriften in Paris vorgelesen),Louis de Beaufort, Dissertation sur l’incertitude descinq premiers siecles de l’histoire romaine (1738 in Utrecht, 2. Auflage 1758, erschienen). Nachdem dann mehrere Abhand-lungen zur Rettung der alten Schriftsteller erschienen waren,wurde die Glaubwürdigkeit der Alten auf breitester Grundlagebekämpft von R. G. N i e b u h r , Römische Geschichte1811—1812 (3. bis 5. Auflage 1853) welchem beitraten:
A. Schwegler , Römische Geschichte, 1853—1858, undSir George Cornewall Lewis, An enquiry into thecredibility of the early roman history, 1855 (deutsch übersetztvon Felix Liebrecht , Untersuchungen über die Glaubwürdigkeitder altrömischen Geschichte von Sir George Cornewall Lewis ,Mitglied des Parlaments und Kanzler der Schatzkammer, Han-nover , Carl Rümpke, 1858). Ferner haben sich auf NiebuhrsStandpunkt gestellt: Th. Mommsen , Römische Geschichte(2. Auflage 1856, 7. Auflage 1881) und C. Peter, GeschichteRoms , Halle 1853 (3. Auflage 1870).
Der Kritik Niebuhrs traten in verschiedenen Schriften ent-gegen F. D. Ger lach und J. J. Bachofen. Neuerdingsschließt man sich namentlich auch in Italien der Kritik dieserSchriftsteller gegenüber Niebuhr und Mommsen an.
Hinsichtlich des in diesem Buch eingenommenen Standpunk-tes wird bemerkt: Anstelle der Formel von der Unglaubwürdigkeitder antiken Überlieferungen wird das Prädikat der Unzuverlässig-keit gesetzt. Neben dem Stichwort der inneren Evidenz der Un-richtigkeit wird dem alten Gesichtspunkt der inneren Evidenzauch nach der positiven Seite Raum gegeben. Ferner ist zubetonen, daß die alten Berichte einschließlich ihrer Irrtümer histo-rische Dokumente jedenfalls insofern sind, als sie in Rom selbst,bis in die neueste Zeit hinein, als solche gegolten haben und alshistorische Realitäten wirksam geworden sind. Auch die Tempelabergläubischer Verehrung, welche in der Stadt Rom gebautworden sind, sind historische Baudenkmäler. Wir beten nichtin ihnen, aber wir betrachten sie, mit Ehrfurcht.