22 Bis zur Abschaffung des Königtums
III.
Als Gründung der Stadt Rom (Urbs Roma) gilt die auf den21. April 754 v. Chr. fallende (in dem Kapitel „Etrurien undRom “ beschriebene) feierliche Ziehung der Furche auf dem pala-tinischen Hügel, welche den Umkreis der neuen Stadt mit Mauerund Graben bestimmte. Der Verlauf dieser Furche und des die-selbe begleitenden befriedeten Bodengürtels („pomoerium“) istuns nicht ganz genau bekannt. Sie folgte in der Hauptsachedem Fuß des Hügels und lag also in den Erdsenkungen, welcheden palatinischen Hügel umgaben. Auf der Nordseite mußtesie den Erdrücken (Velia ) übersteigen, welcher vom Palatin zumEsquilin lief.
Tacitus (54—117 n. Chr.) glaubte den Verlauf dieserursprünglichsten Linie folgendermaßen feststellen zu können(Annalen XII 24), nordwestlich des Palatins beim ForumBoarium am Triumphbogen des Septimus Severus nahe demJanus Ouadrifrons beginnend, dann durch das Tal des circusmaximus so laufend, daß die ara maxima eingeschlossen war, biszur ara Consi, am Fuß des Hügels sich hinziehend, sodann amSeptizonium (S. Gregorio gegenüber) bis zu dem Thermen desTrajan (Curiae veteres), von dort zur Spitze der Velia (beimTitusbogen) und sodann bis zum Velabrum, auf der Linie dervia sacra führend, (unter dem Kapitol unpassierbarer Sumpf) biszum Forum Boarium.
Der heutige Besucher der Örtlichkeit wird sich über denUmfang der Roma quadrata am besten orientieren, wenn er dasPlateau des Palatin umschreitet, den Randmauern und den Rän-dern der Erdabhänge folgend, und dabei die nachbezeichnetenStraßenzüge ins Auge faßt, um dieselben hinterher unten imParallel-Rundgang der Tallinie abzuspazieren: Von Via diMarforio hinab zum Forum, an dessen Südwestecke über dieStraße Foro Romano in die Via S. Teodoro, von dort in die Viadei Cerchi, sodann über die Piazza di Porta Capena nach ViaS. Gregorio bis zum Colosseum und von hier durch die Achsedes abgegitterten Ausgrabungsfeldes in westlicher Richtung zu-rück zum Ausgangspunkt.