Teil eines Werkes 
1 (1931) Von der ältesten Zeit bis auf Kaiser Konstantin
Entstehung
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26 Bis zur Abschaffung des Königtums

ler von allem, dessen das Haus bedarf zur Genüge und dazu vonder lieben heimischen Erde eine Scholle getan hatten. Hier lagferner das Gebäude, in welchem die sämtlichen Curien jede anihrem eigenen Herd zu gottesdienstlichen und anderen Zweckensich versammelten (curiae veteres). Hier war das Versamm-lungshaus derSpringer (curia saliorum), zugleich der Aufbe-wahrungsort der heiligen Schilde des Mars , das Heiligtum derWölfe (lupercal) und die Wohnung des Jupiterpriesters. Aufund an diesem Hügel ward die Gründungssage der Stadt haupt-sächlich lokalisiert und wurde das strohgedeckte Haus des Romu-lus, die Hirtenhütte seines Ziehvaters Faustulus, der heilige Fei-genbaum, daran der Kasten mit den Zwillingen angetrieben war,der aus dem Speerschaft, welchen der Gründer der Stadt vomAventin her über das Tal des Circus weg in diesen Mauerringgeschleudert hatte, aufgeschossene Cornelkirschbaum und anderedergleichen Heiligtümer mehr den Gläubigen gewiesen. Eigent-liche Tempel kannte diese Zeit noch nicht und daher hat solcheauch der Palatin nicht aus älterer Zeit aufzuweisen. Die Ge-meindestätten aber sind früh anderswohin verlegt und deshalbverschollen; nur vermuten läßt sich, daß der freie Platz um denMundus, später der Platz des Apollo genannt, die älteste Ver-sammlungsstätte der Bürgerschaft und des Senats, die über demMundus selbst errichtete Bühne die älteste Mahlstatt der römi-schen Gemeinde gewesen sein mögen.

Der Palatin war der Ursitz der römischen Gemeinde, derälteste und ursprünglich einzige Mauerring; aber die städtischeAnsiedlung hat in Rom wie überall nicht innerhalb, sondern un-terhalb der Burg begonnen und die ältesten Ansiedlungen, vondenen wir wissen, die, welche späterhin in der servianischen Stadt-einteilung das erste und zweite Quartier bilden, liegen im Kreiseum den Palatin herum. So diejenige auf dem Abhang des Cer-malus mit der Tuskergasse, worin sich wohl eine Erinnerungbewahrt haben mag an den wohl schon in der palatinischen Stadtlebhaften Handelsverkehr zwischen Caeriten und Römern, unddie Niederlassung auf der Velia, die beide später in der serviani-schen Stadt mit dem Burghügel selbst ein Quartier gebildet ha-