Die Gründung der palatinischen Stadt 27
ben. Ferner die Bestandteile des späteren zweiten Quartiers:die Vorstadt auf dem Caelius, welche vermutlich nur dessenäußerste Spitze über dem Colosseum umfaßt hat; die auf denCarinen, derjenigen Höhe, in welche der Esquilin gegen denPalatin ausläuft, endlich das Tal und das Vorwerk der Subura, vonwelcher das ganze Quartier den Namen empfing. Beide Quartierezusammen bilden die anfängliche Stadt, und der suburanischeBezirk derselben, der unterhalb der Burg etwa vom Bogen desConstantin bis nach S. Pietro in Vincoli und über das darunterliegende Tal hin sich erstreckte, scheint ansehnlicher, vielleichtauch älter gewesen zu sein als die in der servianischen Ordnungdem palatinischen Bezirk einverleibten Siedlungen, da jener die-sem in der Rangfolge der Quartiere vorangeht.“
Ansprechend und übereinstimmend hat sich M. Voigt (Pri-vataltertümer und Kulturgeschichte) geäußert:
„Rom, die „Urbs “, ward nach etruskisch-latinischem Ritusauf dem Palatin planmäßig gegründet, dementsprechend auch dieoffizielle Bezeichnung des römischen Staatsterritorium „Urbsagrique“ lautete. Und mit solcher, uranfänglichen Stellungder palatinischen Stadt, den lokalen Mittelpunkt des Staatswe-sens, zu ergeben, verbinden sich zugleich die weiteren Funktio-nen, der Bevölkerung einen befestigten Schutz- und Zufluchtsortbei feindlichen Einfällen zu bieten, wie auch als Wochenmarkt, anden nundinae, den wirtschaftlichen Verkehr zwischen der städti-schen und der ländlichen Bevölkerung zu vermitteln.
Die Hauptmasse und der Kern der Bürgerschaft selbst hat inälterer Zeit weder in der palatinischen Stadt, noch in deren spä-ter angefügten Quartieren die erforderliche Wohnstätte oder dieräumlichen Bedingungen des Wirtschaftsbetriebes gefunden.Vielmehr durch den Ackerbau und die Viehzucht darauf angewie-sen, inmitten ihrer Feldfluren zu sitzen, hat die Bevölkerunggeschlechterweise in vici und oppida sich verteilt, die in spätererZeit als „fora et conciliabula“ bezeichnet, sei es mit eigenenBefestigungen ausgestattet waren (castella), sei es in der Nach-barschaft auf geeigneten Punkten mit befestigten Zufluchtsortenwider feindliche Einfälle versehen waren.