Teil eines Werkes 
1 (1931) Von der ältesten Zeit bis auf Kaiser Konstantin
Entstehung
Seite
48
Einzelbild herunterladen
 

48

Bis zur Abschaffung des Königtums

DieserAgger Servianus bedarf noch besonderer Erör-terung.

Die Bedeutung desagger, und seine Geschichte ist, da heutedieser einstig mächtige Erd- und Mauerwall verschwunden ist undvon ihm die Gelehrten nicht sprechen, weil nichts neues darüberzu sagen ist, die Laien, weil sie nichts davon wissen, einen Exkurswert, welcher hier im Anschluß an eine Schilderung Reumonts(A. v. Reumont , Geschichte der Stadt Rom 1867, I. Bd. S. 48 ff.)gestattet sei. Reumont schrieb (1857):

Wo die unter dem Namen der Quattro Fontane bekanntehochliegende Straßenkreuzung zugleich Quirinal, Esquilin undPincio , und drei Obelisken überblicken läßt, von diesem

Punkte aus erstreckte sich die Mauer in nordöstlicher

Richtung, welche die der heutigen Straße von Porta Piaist, mit einem Tor in der Gegend der Kirchen Sta Su-sanna und Sta Maria della Vittoria, wo heute ein Wegnach dem Pincio hinabführt. Hier ist es, wo der Charakterder Befestigung ein anderer wird. Auf dem Hochlande angelangt,das als zusammenhängende Fläche sich bis an den Anio hinzieht,fand diese Befestigung keine Felsenwände mehr, die ihre Auf-gabe erleichterten. Sie hatte den schwächsten Punkt erreicht,während sie von hier an Regionen einschloß, die bis dahin gar-nicht, oder höchstens an den Ausläufen der Hügel in die Tiber -niederung bewohnt waren. So verstärkte sich die Mauerliniedurch den Wall oder Agger, der ihr ersetzen sollte, was die Bo-denbeschaffenheit versagte. Von der heutigen Vigna Barberinian bis zu dem Punkte, wo die Via Salara und die Via di PortaPia sich trennen, die bezeichnete Richtung verfolgend, erreichtenWall und Mauer die Porta Collina, um sich dann plötzlich nachSüden zu wenden, indem sie die flache Höhe des Esquilin bis zudem heute von Sta Maria maggiore nach Porta S. Lorenzo füh-renden Wege, wo in der Nähe des späteren Triumphbogens desGallienus die Porta Esquilina lag, in ziemlich gerader Richtungdurchschnitten. Nachgrabungen, im sechzehnten Jahrhundert