Teil eines Werkes 
1 (1931) Von der ältesten Zeit bis auf Kaiser Konstantin
Entstehung
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Das Gebiet der Stadt

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wie in neuester Zeit in der barberinischen Vigna und namentlichin der Villa des Cardinais von Montalto (Sixtus V.) bei den dio-kletianischen Thermen veranstaltet, und neuere Vermessungenhaben die Genauigkeit der Beschreibungen dargetan, welche wirvon diesem großen Werke der römischen Königszeit bei einemHistoriker der augusteischen Epoche finden.Die am meistenbloßgestellte Seite der Stadt, schreibt Dionys von Halikarnaß, dievom esquilinischen zum collinischen Tor, ist künstlich befestigtund von einem Graben umzogen, dessen geringste Breite überhundert Fuß, dessen Tiefe gegen dreißig mißt. Über diesen Gra-ben erhebt sich eine Mauer, deren innere (städtische) Seite sich aneinen Wall anlehnt, welcher aus der beim Anlegen des Grabensgewonnenen Erde aufgeworfen ward, so hoch und breit, daß keinAnprallen von Belagerungswerkzeugen diese Mauer zu erschüt-tern, kein Bloßlegen der Fundamente sie zu zerstören vermag.Dieser Teil ist etwa sieben Stadien lang und fünfzig Fuß breit.Aus drei Reihen mächtiger Peperinquadern, von einem zu dreiMeter Länge, ohne Zement aufeinandergeschichtet aber biswei-len durch Einschieben der inneren Reihe in die beiden äußerenfester miteinander verbunden, so erschienen bei den neuerdingszum Behuf der Anlage des Eisenbahnhofs *) unternommenen Erd-arbeiten die guterhaltenen Reste der Mauer, welche etwa zweiFünftel der ursprünglichen Höhe behalten hatten. An der Au-ßenseite erkannte man in den Streben die Spuren der Türme,durch welche der jüngere Tarquin den Bau seines Vorgängersverstärkt haben soll, während auf der Stadtseite der oben flache,an seinem Ende schräg abfallende Erdwall die Mauer stützte, ausBröckeltuf bestehend ohne Spuren von Schutt, wie man solche inspäterm Zuwachs findet. Beim Durchschnitt des Walles, der eineHöhe von einundzwanzig römischen Fuß und mit Einschluß derMauer eine Breite von einundfünfzig hatte, ließ sich durch dieBeschaffenheit des Erdreichs die ursprüngliche Anlage sehr wohlvon der Verstärkung unterscheiden, die man wie gesagt dem zwei-ten Tarquin zuschreibt. Der wohl wasserlose Graben ist heute

*) Reaumont spricht von den Erdarbeiten, welche in den sechziger Jah-ren bei Anlegung des Hauptbahnhofes (Stazione di Termini)* vorgenommenwurden.

Neomario, Geschichte der Stadt Rom

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