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Bis zur Abschaffung des Königtums
ausgefüllt; Vignen und Gärten umschließen Wall und Mauer aufder Landseite, während gegen die Stadt zu Bautrümmer der Kai-serzeit beim Wegräumen des hochaufgehäuften Erdreichs zumVorschein kamen. Wer konnte sich eines tiefen Eindrucks er-wehren, indem er diese Reste vor sich sah, Zeugniss einer Zeitderen meiste Tatsachen in ein kaum zu durchdringendes Dunkelgehüllt sind, deren Persönlichkeiten man beinahe ihre Existenzbestreitet — wer sah nicht mit Leidwesen diese Spuren des kö-niglichen Rom , kaum aufgedeckt, auf immer verschwinden, umden Raum frei zu lassen für neue Anlagen.“
IV.
Hervorzuheben ist, daß die Servianische Mauer das wegender Tiberüberschwemmungen in jenen Zeiten unbewohnbare, spä-ter zu einem der bedeutendsten Wohnungs- und VerkehrsviertelRoms gewordene Marsfeld (Campus Martius ) und außerdem denMonte Pincio auswärts liegen ließ.
Das Bild Roms im Rahmen der Servianischen Stadtbefesti-gung muß hier vervollständigt werden durch den Hinweis darauf,daß der auf dem rechten Tiberufer, als achter Hügel, liegendeMons Janiculus (Janiculum) durch eine dem König Ancus Mar-tius zugeschriebene Befestigung den Mauerring des Servius er-gänzte. Dazu kommt, daß dem König Ancus Martius , also demVorgänger des Servius Tullius , in diesem Zusammenhang auchder Bau der ersten Tiberbrücke (Pons Sublicius), einer Pfahl-brücke, zugeschrieben wird, welche bei der heutigen PiazzaEmporio lag.
V.
Seitdem zufolge der Herstellung der geeinigten größerenBürgergemeinde und der Servianischen Befestigung die romulischeSiebenhügelstadt nur noch einen Teil Roms bildete, mußte nachüberlieferter und niemals aufgegebener italischer religiös-aber-gläubischer Zahlenmystik die neue Servianische Stadt in ihremganzen Umfang gleichfalls der heiligen Siebenhügelzahl teilhaftig