Das Gebiet der Stadt
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werden. Dies geschah durch ein, mehr oder weniger willkürli-ches, nicht allgemein festgehaltenes, aber schließlich seit derKaiserzeit stereotyp gewordenes, Schema, welches, nebst einigendasselbe durch den Hinweis auf die nicht in der Siebenzahl enthal-tenen Hügel (Pincius, Vaticanus, Janiculus ) verdeutlichendenDarlegungen, hier nach Gsell-Fels (Rom und die Campagna3. Aufl. 1883, S. 38) wiedergegeben sei:
1) Der Palatinus , bis 52 m ii. M., in der Mitte der Anhö-hen ein Trapez bildend; das Zentrum des gesamten römischenReichs. Von seinem nördlichen Abhang zieht sich eine anfäng-lich schmale, dann sich erweiternde Erhebung nach der westlichenHöhe hin, die antike Velia, durch sie wird das östliche Tal mitdem Kolosseum von der westlichen Ebene mit dem Forum ge-schieden. Der Name Palatinus war wohl ein Gauname undbezog sich auf die Hirtengöttin Pales, bedeutete also „Weideplatz“.
2) Der Capitolinus, nördlich vom Palatin , der klein-ste von allen Hügeln, bis 49 m ii. M., dessen höherer nordöstlicherGipfel von dem südwestlichen, der Rupes Tarpeja, durch einenbeträchtlichen Sattel geschieden ist. Auf diesen zwei Höhen la-gen die Burg und der Jupitertempel. Der Name Capitolinusbedeutet wohl „Hauptberg“, als Sitz der Schutzgottheiten derSiebenhügelstadt.
3) Der Ouirinalis, bis 69 m ii. M., der nördlich vomCapitolinus anfänglich von Nordost nach Nordwest ziehend, sichdann südlich und südöstlich wendet. Er trägt jetzt den Palast desKönigs, ehemals Sommerpalast der Päpste. Vom Capitolinuswar er in der ältern Zeit durch kein so tiefes Tal geschieden wiejetzt, bis Trajan durch sein großartiges Forum die sich berüh-renden Wurzeln der beiden Höhen mittels künstlicher Ein-schnitte ebnete. Den Namen erhielt der Quirinalis vom sabini-schen Heiligtum des Quirinus (Mars), der als der vergöttlichteRomulus verehrt wurde.
4) Der Aventinus, bis 46 m ii. M. (bei S. Alessio).südlich dicht am Tiber gelegen und vom Palatin durch das ehe-malige Murcia-Tal getrennt, in welchem der Circus Maximus lag.Jetzt steht auf der Aventinhöhe die verlassene Kirche S. Sabina;
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