Teil eines Werkes 
1 (1931) Von der ältesten Zeit bis auf Kaiser Konstantin
Entstehung
Seite
59
Einzelbild herunterladen
 

Das Gebiet der Stadt

59

zende Ebene; um aus der Gegend der Kaiserfora und der Subura das Grundwasser samt den von den Bergen herabkommenden Ge-wässern abzuleiten und dem großen Kanal zuzuführen, eine Be-dingung, ohne die das Forum garnicht entstehen konnte, warennoch andere, weitläufigere Anlagen erforderlich. Auch konntenur durch ein starkes Gefälle der Zuflüsse das Wasser der großenCloake in jene reißende Stömung gebracht werden, die nötig war,um das von der andern Seite her eindringende und entgegenkämp-fende Tiberwasser zu überwältigen. Leider läßt sich der Laufund die Verästelung dieser kleineren Kanäle nicht mehr genauernachweisen. Auf manche von ihnen ist man bei Ausgrabungengestoßen; andere mögen noch heutzutage ungekannt unter demrömischen Boden wirken. Dem Cloakenbau gleichzeitig, alsogleichfalls Werke der Tarquinier, scheinen auch noch andere Bau-ten zu sein, die mit demselben Zusammenhängen. So namentlichdie kolossale Ufermauer, welche von derselben Bauart ist, wie diegroße Cloake, die durch sie in den Tiber mündet. Sie diente dazu,das Velabrum und Forum gegen die Überschwemmungen des oftund rasch anschwellenden Stroms sicher zu stellen.

Cloaca maxima, ist rühmenswerteste, großartigste Bauschöp-fung der alten Königszeit, wohl gleichzeitig mit der Ringmauerder Siebenhügelstadt entstanden, zum Zweck des Schutzes einesschon dicht bevölkerten Stadtviertels gegen Überflutungen durchRegengüsse. Sie machte die Gegenden durch Entwässerung ge-sünder und half wesentlich zur Blüte der Siebenhügelstadt. DieMündung in den Tiber bildet einen Halbbogen. Das Tonnen-gewölbe, dessen bewunderungswürdige, sichere und kühne Tech-nik der Zeit der aus Etrurien stammenden Tarquinier zugeschrie-ben wird, steht trotz der so beträchtlichen Spannweite noch jetztunerschüttert. Die Ausgrabungen von 1872 ergaben, daß ein Ka-nal unter dem Südoststrande der Basilica Julia am Forum hin-zieht, vom Palatinfuß (S. Teodoro) gegen S. Giorgio in Velahrosich wendet und unter dem Janus quadrifrons verläuft. Damalsfand man die Cloake auf dem Forum mit Bruchstücken vonStatuen angefüllt. Von den Seitenarmen hat sich besonders der