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Bis zur Abschaffung des Königtums
vom Mamertinischen Kerker her erhalten mit seiner Einmündungam Forum, sowie der beim Kastor-Tempel einmündende. Die Neu-zeit hat den ganzen Kanal samt seinen beiden Zuteilungen vonNorden und Osten wieder praktisch benutzt. ■— Der Mün-dungsbau der Cloaca maxima ist noch der ursprüngliche. Er isttiefer angelegt als das mittlere Niveau des Flusses und wehrtdurch sein starkes Gefälle der Rückstauung. Der ursprünglicheBoden ist durch Verschlämmung verdeckt, und das Bett ist erhöht.Die ursprüngliche Höhe der Wölbung beträgt 3,60 m. Plinius nennt die Weite derart, „daß sie einen reichlich mit Heu beladenenWagen durchlasse“, und erzählt, daß Marcus Agrippa (63—12v. Chr.) als Aedil, nachdem er die Kloaken als das größte allerWerke in Rom vollendet hatte, in einem Schiff durch sie hin in denTiber fuhr. Der Eingangsbogen bei S. Giorgio in Velabro ragtbei gewöhnlichem Wasser stand etwa iy 2 m über den Spiegel hin-aus. Das zuleitende Kloakensystem bedürfte vieler Jahrhundertezu seiner Vollendung. Die systematische Ausdehnung (welchedurch die Neubauten und neuen Ausgrabungen in ihren wichtig-sten Teilen klargelegt wurde) fand besonders 184 v. Chr. stattmit einer Ausgabe von 24 Millionen Sesterzien (4 1 / 3 MillionenMark). Das Material der Cloaca maxima besteht aus großen, imKreisschnitt gewölbten Tuffquadern, die äußere Ziegelverkleidungist modern. In Zwischenräumen von je 3V2 m wird die Wölbungvon einem Travertinbogen durchzogen. Das architektonischeHauptverdienst der Kloake ist, daß sie die erste Anwendung desKeilschnitts in Rom repräsentiert. Die 320 m entfernte Mündung,aus drei Lagen von Peperinblöcken, öffnet sich mit einer Breitevon 6y 2 m westlich vom sogen. Vesta-Tempel in den Tiber und istvom Ponte rotto aus bei niederm Wasserstande vollständig sicht-bar. — Theoderichs Minister rief bei der Restauration (500 nachChr.): „O einziges Rom, welche Stadt darf deine Gipfel zu errei-chen wagen, wenn nicht einmal deine unterirdischen Tiefen ihres-gleichen finden!“