Zweites Buch
n das Jahr 510 v. Chr., in welchem nach der Überlie-ferung das Geschlecht der Tarquinier aus Rom ver-trieben und damit das Königtum gestürzt worden ist,fällt auch die Vertreibung der Peisistratiden ausAthen (Peisistratos 560—527, Hippias 527—510 v. Chr.). Auchin anderen griechischen und italischen Gemeinden wurde um jeneZeit die monarchische Staatsreform durch die Republik ersetzt,soweit dies nicht schon früher geschehen war. Fast überall sollpersönliches Mißregiment des „Tyrannen“ die Veranlassung gege-ben haben. Fast überall aber scheint der positive politische Ge-danke sich zu der persönlichen Verhaßtheit der Vertriebenen ge-sellt zu haben, daß an Stelle der Lebenslänglichkeit der Staats-leitung jährlicher Wechsel der leitenden Persönlichkeit eintretenmüsse. Als übereinstimmender Zug jener Staatsveränderungenerscheint ferner, daß sie nicht getragen sind von dem Wunsche derBürger, ihrerseits zu regieren oder mitzuregieren, überhaupt nichtauf Einschränkung oder Begrenzung der Staatsmacht, sondern auf„Begrenzung der Bcamtenmacht.“ (Th. Mommsen , röm. Ge-schichte I, S. 233).
Die an Umfang und in der Zahl der Schriftsteller ansehnlicheÜberlieferung hinsichtlich der Vertreibung der Tarquinier ist