92 Von der Abschaffung des Königtums bis 91 v. Chr.
Rom wies diese Forderung mit Empörung zurück, und eröif-nete den Krieg, auf welchen es sich in jeder Hinsicht auch seiner-seits vorbereitet hatte, zuletzt unmittelbar durch Wahl zweier be-währter Kriegshelden zu Konsuln: T. Manlius Torquatus und P.Decius Mus.
Nach zweijähriger Dauer des Krieges waren die Latiner sogeschwächt, daß die derzeitigen Konsuln (L. Furius Camillus undC. Maeniusj vor die einzelnen Städte ziehen und sie eine nach deranderen einnehmen konnten.
Damit war die Unterwerfung von ganz Latium erfolgt undfür immer besiegelt.
Das Friedensdiktat des Senates bestimmte, daß die StädteLavinium, Aricia, Nomentum, Pedum, Tusculum, Velitrae , dasrömische Bürgerrecht ohne Stimmrecht erhielten. Andere Städtewurden in verschiedener Weise gestraft. Antium wurde zur rö-mischen Kolonie gemacht. Seine Kriegsschiffe wurden teils nachRom abgeführt, teils verbrannt. Von den letzteren wurden dieSchiffsschnäbel (rostra) erhalten und auf dem Forum zur Verzie-rung der Rednerbühne verwendet, welche davon den Namen „Ro-stra“ erhielt.
III.
Anders als mit den Latinern spielten sich Krieg und Frie-den ab zwischen Rom und den Hernikern, Aequern, Volskern,Sabinern.
Es handelte sich in der Hauptsache um durch Jahrhundertegehende Raub- und Eroberungszüge jener Völker gegen das west-lich von ihren Wohnsitzen gelegene Gebiet von Latium und dasdarüber hinaus gegen das Meer gestreckte Küstenland.
Die Herniker waren ein sabinischer Stamm und bewohntendas Gebirgsland, das sich nordöstlich vom Flusse Teverus erhebt(herna bedeutete im Sabinischen „Fels“).
Der Wohnsitz der Aequer war das Gebirge des oberen Anio,eine Gebirgsgruppe, die westlich von der latinischen Ebene, südlichvom Herniker-, nördlich vom Sabinergebirge begrenzt ist.