Teil eines Werkes 
1 (1931) Von der ältesten Zeit bis auf Kaiser Konstantin
Entstehung
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Roms Kriege bis zum Jahre 91 v. Chr.

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Der älteste Wohnsitz der Volsker ist das nach ihnen benannteVolskergebirge, südöstlich von den Albanerbergen. Gegen Westenist dieser Höhenzug durch die pontinischen Sümpfe begrenzt.

Von den Sabinern ist bereits die Rede gewesen (s. obenBuch I Kapitel 3). Sie saßen in der ältesten Zeit nördlich derAequer, südlich des Appenin, östlich des Tiber und breiteten sichspäter weit gegen Süden aus. Es ist eine in ihrer Allgemeinheitfeststehende, in den Einzelheiten vielfach unklare Erscheinung,welche man auf die Sitte des ver sacrum zurückführt, daß der Sa-binerstamm aus sich heraus eine Anzahl neuer Völkerschaften her-vorgeDracht, hat ohne mit ihnen in irgend einer Beziehung zu blei-ben. Das bekannteste Beispiel sind die römischen Quiriten. Als an-dere sichere Beispiele gelten die Herniker, Marser, Peligner, Luka-11er, Samniter. Es gibt einen Sprachgebrauch, welcher alle diejeni-gen Zweige, die in Süditalien seßhaft geworden sind, zusammen-faßt, mit dem Namen Sabellen oder sabellische Völker. Das beiweitem wichtigste dieser Tochtervölker sind die von der Land-schaft Samnium ausgehenden, dann südöstlich sich vrbreitendenSamniter, welche wieder ihrerseits Tochtervölker hervorgebrachthaben, namentlich die Lukaner und Bruttier, welche in den süd-westlichsten, ihren Namen tragenden Landschaften wohnhaftwurden.

Wir finden die römische Republik von ihrem Beginn an ineinem Verteidigungskrieg gegen Volsker, Aequer und Sabiner be-griffen. Man darf annehmen, daß die unvordenklichen Versuchedieser Völker, in Latium Boden zu gewinnen, nur eine Fortsetzungjener Völkerbewegungen gewesen sind, die bis in die UrgeschichteItaliens zurückreichen. Von den Anfängen der historischen Erin-nerung an sehen wir die Gebirgsvölker Mittelitaliens in das Kü-stenland herabfluten. So sind die reatinischen sogenannten Abori-giner gegen die Sikuler, die Sabiner gegen die Latiner vorgedrun-gen; so haben sich die sabellischen Völkerschaften im Süden derHalbinsel ausgebreitet. Auch jetzt fehlte wenig, so hätten die Er-oberungszüge der Aequer und Volsker den gleichen Erfolg gehabt.Bereits war Latium ihrem stürmischen Andrange erlegen: aber an