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terdrückung folgte, sondern Auflösung ihrer Sonderbünde und de-ren Ersetzung durch den allgemeinen Bund der selbständigenitalischen Völker unter Roms Leitung.
Diese Politik wurde in großartiger Weise durchgeführt, alsendlich, nach der Besiegung der Stadt Tarent und des KönigsPyrrhus in der Schlacht bei Benevent (275 v. Chr.) das ganze, vomArno (Livona) und dem Äsis (Ancona) bis zum Golf von Tarent reichende Italien geeint und beruhigt war.
Mit nicht zu überbietender Feinheit und Prägekraft hatTh. Mommsen der politischen Gestaltung des römischen Italiens in jenem großen Augenblick die Formel gewidmet:
„Seitdem die Fäden dieses so fein wie fest um ganz Italien geschlungenen Netzes in den Händen der römischen Gemeindezusammenliefen, war diese eine Großmacht.“
V.
Auf einem anderen Blatte als die Kriege mit den Latinern,Hernikern, Aequern, Volskern, Sabinern stehen die Kriege, welcheRom in Süditalien, das heißt in den Landschaften Samnium ,Apulia , Lucania, sowie bis zum Tarentinischen Meerbusen und zudem Vorgebirge von Rhegium hin, in den Jahren 343 bis 272v. Chr. zu führen hatte. Es ist dies die Reihe der Kämpfe, welcheunter dem Namen der samnitischen Kriege (343—341, 326—304,298—290) und des Krieges mit Tarent und König Pvrrhos vonEpirus (282—272) bekannt sind.
Die Gesamtheit dieser Kämpfe stellt die spannendste Periodein der äußeren Geschichte Roms seit der Abschaffung des König-tums dar, nämlich den Aufstieg der Stadt zu der Oberherrschaftüber Italien .
Alle bisherigen Kämpfe mit den Städten und Völkern Italiens waren Abschnitte eines in Kleinkriegen mit wechselnden Partei-gruppierungen und mit wechselnden Erfolgen sich vollziehendenVölkerspiels, in welchem Rom in Verteidungssteliung beteiligt
Neomario, Geschieht« der Stadt Rom
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