Teil eines Werkes 
1 (1931) Von der ältesten Zeit bis auf Kaiser Konstantin
Entstehung
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98 Von der Abschaffung des Königtums bis 91 v. Chr.

war, und wobei die Erfolge Roms oft stärker von den zwischenden anderen Städten und Völkern sich vollziehenden Schicksals-entscheidungen abhängig war, als von seinen eigenen Erfolgen.

Es war im Jahre 354 v. Chr., als die Römer die Stadt Soxaam oberen Liris-Fluß besetzten, hoch im Gebirge nahe der Was-serscheide, in der Gegend der Völkerscheide der Herniker undMarsen, der Volsker, Latiner, der Römer und der Samniter gele-gen. Die römischen Heere standen an der Grenze der Samniter.

Die beiden aus den Kämpfen zahlloser Städte und mannig-fachster Völkerteile um Dasein und Herrschaft als einzige nochweiter konkurrierende Sieger hervorgegangenen Völker der Römer und der Samniter standen sich in einer Krisis gegenüber, derenVerlauf mit der Oberherrschaft über Italien das Schicksal derStadt Rom und Italiens bestimmen sollte.

Die beiden Völker entschieden sich dafür, den Kampf hin-auszuschieben. Denn dies bedeutete der Vorgang, daß die beidentapfersten und mächtigsten italischen Nationen ein Freundschafts-bündnis abschlossen, das sichere Vorzeichen des herannahendenund mit der Krise innerhalb der latinischen Nation in drohenderWeise sich verschlingenden Kampfes um die Oberherrschaft inItalien. (Th. Mommsen , röm. Geschichte Bd. I S. 350).

Dieses Bündnis hielt äußerlich 26 Jahre vor. Rom benutztediese Zeit, um sich militärisch und politisch insbesondere auf dieErlangung der Herrschaft über das griechische Unteritalien vor-zubereiten. Cumae und Capua waren bereits römisch geworden.Jetzt galt es, die Griechenstadt Neapolis zu gewinnen. Diesesaber gerade suchten die Samniter zu hintertreiben. Die Gründungder Stadt Fregellae am oberen Liris, unweit von Sora, durch dieRömer, steigerte den Gegensatz. Ein Bündnis mit Lucanien,welches den Römern gelang, und welches die ohnehin isoliertenSamniter in Süditalien bedrohte, kam hinzu.

Mit dem Jahre 326 begann im samnitischen Lande selbst der(zweite) samnitisch-römische Krieg. Er dauerte bis 304 undbrachte den Römern den Sieg, welcher entschieden war, als dieRömer den samnitischen Feldherrn Statius Gallius gefangen nah-