Roms Kriege bis zum Jahre 91 v. Chr.
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men und die samnitische Hauptstadt Bovianum erstürmten. DieSamniter schickten Gesandte nach Rom und baten um Frieden.Sämtliche sabellische Stämme folgten ihrem Beispiel. Rom ge-währte aus Politik mäßige Bedingungen.
Es galt nunmehr für Rom , die Unterwerfung des hellenisie-renden Süditalien herbeizuführen.
Als die Samniter die Römer auf diesem Wege störten, indemsie jetzt ein gegen Rom gerichtetes Bündnis mit den Lukanernzustande brachten, erklärte Rom (298) den Samnitern den Krieg(den sog. dritten Samniterkrieg).
Nach heißen mit wechselndem Glück geführten Kämpfen ge-wannen die Römer bei Seritinum (295) die Entscheidungsschlacht.Erst im Jahre 290 freilich kam es zur Unterwerfung der letztenBundesgenossen der Samniter, der Sabiner, und erst 270 zur Ein-nahme von Rhegium, nachdem dieses 10 Jahre in den Händen auf-ständischer kampanischer Soldaten gewesen war, welche jetzt inder Stadt Rom auf offenem Markt gehängt und enthauptet wurden-
Rom verfolgte seinen Sieg in konsequenter Fortsetzung desUnterwerfungswerkes durch Anlegung von Zwingburgen (291Venusia an der Markscheide von Samnien, Apulien und Lucanien,289 Festung Hatria an der nördlichen Abdachung der Abruzzen).Der Bau von Heerstraßen, Kolonialgründungen in den unterwor-fenen Gebieten, unter weiser Schonung der Selbständigkeit derKolonisten, milderten und unterstützten die Wirkung der Kriegs-erfolge Roms.
„Rom war jetzt nicht mehr bloß die erste, sondern bereitsdie herrschende Macht auf der Halbinsel“ (Mommsen).
VI.
Bevor zu der Schilderung der auf die im Jahre 290 erfolgteEinigung Italiens folgenden Kriege übergegangen wird, muß un-sere Darstellung xoo Jahre zurückgreifen, um das mit dem Jahre391 einsetzende furchtbare Intermezzo zu schildern, welches sehl-ungeeignet bezeichnet wird, wenn man es „der gallische Krieg“nennt. Der Einbruch der Gallier (oder der Kelten), oder der
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