Roms Kriege bis zum Jahre 91 v. Chr.
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eigenen Stern und an den Stern des Vaterlandes allein den Mutgibt die Hand zu fassen, die aus dem Dunkel der Zukunft winkt,und ihr zu folgen, es weiß keiner wohin. Lange und ernst berietder Senat über den Antrag der Konsuln, die Legionen den Mamer -tinern zu Hülfe zu führen; er kam zu keinem entscheidendenBeschluß. Aber in der Bürgerschaft, an welche die Sache verwie-sen ward, lebte das frische Gefühl der durch eigene Kraft gegrün-deten Großmacht. Die Eroberung Italiens gab den Römern, denMut, eine neue politische Bahn zu betreten. Formell motiviertwar die Unterstützung der Mamertiner durch die Schutzherr-schaft, die Rom über sämtliche Italiker beansprucht. Die Italikerder gegenüber liegenden Küste wurden in die italische Eidgenos-senschaft aufgenommen und, auf Antrag der Konsuln, wurde vonder Bürgerschaft beschlossen, ihnen Hülfe zu senden.
Als die Vorbereitungen der römischen Hülfesendung soweitgediehen waren, daß eine zu diesem Behufe zusammengebrachteFlotte und die Vorhut des römischen Landheeres in Rhegium er-scheinen konnten, (Frühling 264) wurde den Römern bekannt,daß ein Teil der Mamertiner von Messana , im Widerspruch mitden Beschlüssen der Majorität, sich um Hilfe nach Karthago ge-wendet hatte, und daß im Hafen von Messana bereits eine kartha-gische Flotte und in der Burg von Messana eine karthagische Be-satzung lag, beide unter Befehl des karthagischen AdmiralsHanno. Ferner erfuhr man, daß neuestem sämtliche Mamertinerauf die karthagische Seite getreten waren.
Dem römischen Befehlshaber, es war der KriegstribunGaius Claudius, gelang es trotzdem in Messana zu landen.
Die Karthager ließen ihren Feldherrn Hanno hinrichten underklärten den Römern den Krieg.
In Rom beschloß man sofort den Bau einer großen Kriegs-flotte. Schiffe mit fünf Ruderreihen, „Penteren“, nach demMaße eines gestrandeten karthagischen Schiffes wurden gebaut.
Im Frühling 260 lief eine Flotte von 120 Segeln vom Stapelund segelte alsbald unter dem Kommando des nunmehrigen Kon-suls Gaius Duilius gegen die karthagische Flotte.