Teil eines Werkes 
1 (1931) Von der ältesten Zeit bis auf Kaiser Konstantin
Entstehung
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110 Von der Abschaffung des Königtums bis 91 v. Chr.

An der Landspitze von Mylae, nordwestlich von Messana ,traf die karthagische Flotte, die von Panormos herankam, auf dierömische, welche hier ihre erste größere Probe bestand. Die Kar-thager, in den schlecht segelnden und unbehülflichen römischenSchiffen eine leichte Beute erblickend, stürzten sich in aufgelösterLinie auf dieselben; aber die neu erfundenen Enterbrücken be-währten sich. Die römischen Schiffe fesselten und stürmten diefeindlichen, wie sie einzeln heransegelten; es war ihnen weder vonvorn noch von den Seiten beizukommen, ohne daß die gefährlicheBrücke sich niedersenkte auf das feindliche Verdeck. Als dieSchlacht zu Ende war, waren gegen fünfzig karthagische Schiffe,fast die Hälfte der Flotte, teils versenkt teils genommen, unter denletzteren das Admiralsschiff, einst dasjenige des Königs Phyrrhos.

Der Gewinn war groß; noch größer der moralische Eindruck.

Rom war eine Seemacht geworden und hatte das Mittel in derHand, den Krieg, der endlos sich hinauszuspinnen und dem ita-lischen Handel den Ruin zu drohen schien, energisch bis zu Endezu führen.

Nach einem zweiten großen Seesieg, 256, bei dem BergeEknomus (an der Südküste Siciliens , westlich des Flusses Hi-mara) trug Konsul M. Atilius Regulus den Krieg in das kartha-gische Afrika selbst. Er war zunächst siegreich, wurde aber 255unter hervorragender Beteiligung des gefeierten spanischen Söld-nerführers Xanthippus geschlagen, er selbst gefangen und nachKarthago abgeführt, wo er starb. Die Römer beschränkten sichunter den gegebenen Verhältnissen auf den Landkrieg. Im Som-mer 251 errang der Konsul L. Sicilius Metellus bei Panormus inSicilien einen großen Sieg über das karthagische Elefantenheer.Bei dem Triumph in Rom führte Metellus über 100 Elefanten vor.

Aber in den folgenden Jahren machte der neue karthagischeFeldherr Hamilkar Barkas den Römern ihre Erfolge wieder trei-tig. Die römische Flotte wurde 249 vor Drepana geschlagen.Es folgten 248 bis 242 sechs tatenlose Kriegsjahre. Erst nacheiner neuen verzweifelten Seerüstung, indem mittelst der Privat-mittel patrizischer Bürger (nach 22jährigem schweren Kriege)eine Flotte von 200 Schiffen gebaut wurde,eine Großtat, welche