112 Von der Abschaffung des Königtums bis 91 v. Chr.
pio, des Publius’ Sohn, welchen Rom 202 durch den BeinamenAfricanus und einen glänzenden Triumph ehrte.
Im Jahre 212 fielen beide Scipionen. Mit Mühe rettete sichder Rest ihres Heeres.
Im Jahre 205 erhielt der junge P. Cornelius Scipio dasKommando in Afrika. Im folgenden Jahr landete er an der kar-thagischen Küste und drängte die ihm entgegengestellten Truppenzurück. Nach vergeblichen Friedensverhandlungen stellte sichihm 202 bei Zama Hannibal selbst. Auch er unterlag und rietnun zum Frieden. Im Jahre 201 ward der Friede geschlossen.Karthago blieb auf sein afrikanisches Gebiet beschränkt, mußte50 Jahre lang jährlich 200 Talente zahlen, die Kriegsschiffe bisauf zehn und die Elefanten ausliefern, durfte außerhalb Afrika garnicht, in Afrika nur mit Roms Erlaubnis Krieg führen. Au-ßerdem wurde den Karthagern der Numiderfürst Masinissa zurBeaufsichtigung zur Seite gestellt.
War der zweite Punische Krieg ein Kampf um die Welt-herrschaft gewesen, so war der dritte (149—146 v. Chr.) vonSeiten der Karthager ein Kampf der Verzweiflung um ihre Exi-stenz. Die römische Großkaufmannschaft drängte auf die Ver-nichtung der Konkurrentin und setzte den Kampf, der durch den149 gestorbenen greisen M. Porcius Cato (Censorius) mit seinemSchlußwort „Ceterum censeo Carthaginem esse delendam“ ge-stempelt war, schließlich durch.
Die Karthager hatten zunächst bis zum äußersten nachgege-ben, nahmen dann aber den Kampf entschlossen auf. Zunächstmit Glück. Aber 146 eroberte Publius Cornelius Scipio Aemilia-nus (durch Adoption Enkel des Scipio Africanus, 225—183) Kar-thago , das er über ein Jahr belagert hatte und das, von den Ein-wohnern, noch als die Römer schon eingedrungen waren Schrittfür Schritt verteidigt, endlich den Flammen geopfert wurde.
Was die dreijährige Belagerung und die sieben Tage erfor-dernde Erstürmung Karthagos bedeutete, steht hinsichtlich dersowohl auf karthagischer als auf römischer Seite aufgebrachtenSumme von Leistungen, militärischen und moralischen, aut eben-bürtiger Höhe mit der weltgeschichtlichen Tragweite der Ver-