Roms Kriege bis zum Jahre 91 v. Chr.
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nichtung der karthagischen Macht. Die sieben Tage dauerndeVerbrennung der Stadt, nach welcher zufolge ausdrücklichenSenatsbeschlusses über die Brandstätte der Pflug geführt wurde,nebst sakraler Verwünschung des Grund und Bodens für ewigeZeiten, war ein den Entsetzlichkeiten der vorhergegangenen bei-derseitigen Grausamkeiten entsprechender Abschluß, ein Werkder Zerstörung ohnegleichen in der Geschichte.
X.
Bevor hier zu einer Erörterung der macedonischen Kriegeübergegangen wird, sollen aus der Epoche von 281 bis 133 v. Chr.diejenigen Vorgänge Erwähnung finden, welche außer den puni-schen und den macedonischen Kriegen als wesentliche Momenteder römischen Gesamtentwicklung in Betracht kommen.
Des Krieges mit Tarent (282—272) und mit Pyrrhos(278—275) wurde, im Zusammenhang der Samniterkriege, alseines Teiles der Kämpfe um die Unterwerfung Unteritaliensunter Rom bereits gedacht.
Es ist noch über zwei andere in die bezeichnete Epoche fal-lende Kriege zu berichten, welche für das Gesamtbild der Aus-dehnung Roms höchst wesentlich sind:
1) Der Krieg mit König Antiochos dem Großen von Syrien (242—187 lebend, seit 222 regierend), welcher 192—189, und
2) der Krieg, welcher in Spanien 154—133 stattfand.
Der erstere Krieg brachte Rom die Herrschaft über Klein-asien, der letztere diejenige über Spanien .
Im einzelnen sei über die Tatsachen dieser Kriege folgendesberichtet:
1) Der Krieg mit Antiochos war veranlaßt durch den Vor-marsch des Antiochos aus Kleinasien nach Thessalien. Derselbeerfolgte auf Bitten der Aetoler, um diese gegen Rom zu schützen.Der Krieg spielte sich zuerst an der Ostküste der griechischenHalbinsel, in Thessalien, auf der Insel Euböa und in den Thermo-pylen (Zersprengung des Heeres des Antiochos) ab. Sodann wen-
Neomario, Geschichte der Stadt Rom
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