Roms Kriege bis zum Jahre 91 v. Chr. H5
dem Beherrscher von Asien einen ähnlichen Frieden diktierenkonnte, wie einst Karthago .“
Ranke urteilt im Ganzen: „Es hat vielleicht keine wichtige-ren Jahre für die Weltgeschichte gegeben als die Jahre von 212bis 190 (189) vor unserer Aera .“
2) Der spanische Krieg (154—133) wurde durch wieder-holte Einfälle der freien Lusitanier (in Portugal ) in die südspa-nische Provinz veranlaßt. Nachdem die Lusitanier zum Feld-herrn ihren StammesgenossenViriathus erwählt hatten, führte die-ser siegreiche Kämpfe gegen Rom . Auch als P. Cornelius ScipioAemilianus Africanus (minor) den Oberbefehl der römischenTruppen übernahm, gelang es diesem erst nach langem, mit wech-selndem Glück geführten Kampf, die Stadt Numantia (am oberenDuero, nahe Soria ) einzuschließen, und sie nach fiinfzehnmona-tiger Aushungerung (die Belagerten lebten zuletzt von Menschen-fleisch) einzunehmen.
Die Stadt Numantia wurde zerstört.
Mit Numantia war Spanien unterworfen.
Die Römer ergriffen die Herrschaft über das ganze GebietSpaniens , mit Ausnahme des Gebietes der nördlichen Bergvölker.
Scipio wurde vom Senat durch den Beinamen Numantinus geehrt.
Anläßlich der Erörterung der Bedeutung der Eroberung vonNumantia spricht L. v. Ranke folgendermaßen:
„Es war ein alter Brauch in Rom , die zum Kriegsdienst ver-pflichteten und berechtigten Bürger alle 5 Jahre einer Musterungzu unterwerfen, die zugleich mit einer religiösen Lustration ver-bunden war. Noch lagen hierbei die altherkömmlichen Bestim-mungen zugrunde, die man auf den König Servius zurückführte.Die Fußvölker wurden nach den 5 Klassen in Reihe und Glied ge-stellt. Dann verrichtete der Zensor ein Gebet, in welchem demMars gleichsam gelobt wurde, nach neuen 5 Jahren wieder einOpfer darzubringen, wie das gegenwärtige. Die Formel desGebetes war hierbei immer gewesen, daß es den unsterblichen
8 *