Roms Kriege bis zum Jahre 91 v. Chr.
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zur Herrschaft bestimmten Söhnen Adherbal, Hiempsal, Jugurtha ,(letzterer Adoptivsohn).
Jugurtha bemächtigte sich der Alleinherrschaft. SeinenBruder Hiempsal ließ er ermorden. Den Adherbal griff er in des-sen Hauptstadt Cirte an, 112. — Nach mehrmonatiger Belagerungnahm er die Stadt ein und ließ Adherbal unter grausamen Mar-tern hinrichten, die gesamte männliche Bevölkerung der Stadttöten, darunter viele dort wohnende Italiker.
Rom erklärte dem Jugurtha wegen seines Frevels gegen dieItaliker den Krieg. Der gegen Jugurtha entsendete Konsul L.Calpurnius Bestia empfahl Friedensschluß gegen eine von Jugur-tha zu zahlende, von diesem angebotene Bußsumme (1 x 1). DerSenat lehnte diesen Friedensschluß ab, lud den Jugurtha nach Rom vor, welcher gegen Zusicherung sicheren Geleites in Rom erschien.In Rom angekommen beeilte er sich, dort einen Enkel Masinissas,Massion, ermorden zu lassen, worauf er ausgewiesen und derKrieg eröffnet wurde. Das römische Heer wurde geschlagen undJugurtha schickte es unter das Joch. Er stellte Friedensbedin-gungen, welche der Senat verwarf. Der römische Feldherr Cae-cilius Metellus („Numidicus “) siegte nunmehr am Flusse Mu-thul, 109, aber ohne entscheidenden Erfolg. Dem an seine Stelleberufenen C. Marius (156—86) aber gelang es, die numidischenTruppen zurückzudrängen. Es kam zu Unterhandlungen. AlsUnterhändler erreichte der Quästor L. Cornelius Sulla vom KönigBocchus von Mauretanien, dem Schwiegervater und Bundesgenos-sen des Jugurtha , anstatt aller anderen Bedingungen die Auslie-ferung des Jugurtha an Rom. Bocchus lockte den Jugurtha , unterdem Vorgeben, daß die von diesem den Römern gestellten Bedin-gungen rückhaltslos angenommen seien, in einen Hinterhalt, ließsein Gefolge niedermachen und ihn fesseln.
Jugurtha wurde sofort ausgeliefert und sodann an Händenund Füßen gefesselt, nach Rom transportiert. Dort wurde er am1. Januar 104 im Triumphzug des C. Marius aufgeführt. MitFesseln und in königlichem Schmuck mußte er mit seinen beidenSöhnen dem Triumphwagen des Marius voraufschreiten, derSchaulust der römischen Menge preisgegeben. Seine Hinrichtung