Teil eines Werkes 
1 (1931) Von der ältesten Zeit bis auf Kaiser Konstantin
Entstehung
Seite
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126 Von der Abschaffung des Königtums bis 91 v. Chr.

Was aber die Erzählung befolgen muß, ist dies, daß sie ihreMethode gemäß dem jeweiligen positiven Geschichtsverlauf derZeiten zu variieren hat.

Für den in diesem Kapitel behandelten Gegenstand, welchenwir mit einem anfechtbaren aber gebräuchlichen und brauchba-ren Ausdruck als die innerpolitische Geschichte der Stadt bezeich-nen, und welcher die verfassungspolitischen, sozialpolitischen undwirtschaftspolitischen Belange umfaßt, ergibt sich aus dem Gesag-ten folgendes:

Eine innerpolitische Geschichte der Stadt läßt sich für dieKönigszeit nicht schreiben, weil die Gechichte jener Zeit nurKönigsgeschichte, nicht politische Geschichte ist.

Für die Zeit der Bürgerkriege vom Jahre 91 v. Chr. bis aufAugustus lassen sich Fäden innerpolitischer Art aus den politi-schen, revolutionären und militärischen Erschütterungen ganzItaliens nicht herauslösen, am wenigstens für das besondere Ge-biet der Stadt Rom .

Für die Kaiserzeit verbieten ähnliche Gesichtspunkte, welchehier nicht verfolgt werden können, die gesonderte Darstellung derinnerpolitischen Geschichte.

Dagegen ist die hiernach erübrigende Zeitepoche vom Beginnder Republik bis zum Jahre 91 v. Chr. einer besonderen Darstel-lung ebenso zugänglich wie bedürftig.

Hinsichtlich dieser Zeit ergibt sich für unsere Darstellungfolgende Gliederung:

1) bis 287: Ständekampf zwischen Patriziern und Plebejernund dessen Ausgleich.

2) bis 91: Entwicklung souveräner Staatsherrschaft des Se-nates. Senatorenstand. Optimaten (nobiles, Nobilität), Ritter-schaft, Volkspartei. Neue innerpolitische Gruppierungen.

II.

Die in der ersten der vorstehend bezeichneten Perioden sichvollziehenden Kämpfe beruhen auf der Erbitterung der Plebejerüber ungerechte, und sie persönlich wie wirtschaftlich treffende