Teil eines Werkes 
1 (1931) Von der ältesten Zeit bis auf Kaiser Konstantin
Entstehung
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Rom und Italien von 91 bis 29 v. Chr.

Ausweisung sämtlicher Nichtbürger aus der Hauptstadt kraftGesetzes erreicht hatte, stellte im Jahre 126 Marius FulviusFlaccus, der Freund der Gracchen, als Konsul den Gesetzesan-trag, es solle jedem Bundesgenossen verstattet sein, das römischeBürgerrecht zu erbitten, und es solle über diese Bitte in den Ko-mitien abgestimmt werden. Dieser Gesetzesvorschlag wurdeabgelehnt.

Auf diese Ablehnung erfolgte eine Reaktion von unerwarte-ter Heftigkeit und mit erschütternder Kraft von Seiten einerder angesehensten und mächtigsten Bundesgenossenstädte.

III.

Fregellae, nahe dem Liris-Fluß und der latinisch-kampa-nischen Paßhöhe gelegen, war eine latinische Kolonie von höch-ster Bedeutung, die gewöhnliche Wortführerin für sämtliche la-tinische Kolonien in den Verhandlungen mit Rom , seit derSchlacht von Beneventum (275). Fregellae erklärte an Rom den Krieg.

Es war der erste Fall einer ernstlichen italischen Schilder-hebung gegen Rom . Dem sofort gegen Fregellae entsandtenPraetor Lucius Opimus gelang es durch den Verrat eines Fre-gellaners, des Ouintus Numitorius Pullus, der empörten StadtHerr zu werden. Sie wurde zerstört, die Einwohnerschaft wurdezerstreut, die Stadtverfassung aufgehoben.

Als die in großem Stil auf die Reception der Bundesge-nossen gerichteten Anträge des M. Livius Drusus durch dessenmeuchlerische Ermordung verwaisten, lohte das Feuer des Auf-ruhrs, welches in Fregellae durch Verrat gelöscht ward, in As-culum auf, entzündet durch das abgeschmackte und hirnlose Miß-verhalten jenes Prokonsuls, welchen die Verständnislosigkeit desrömischen Senates als Spion und Beschwörer antirömischer Um-triebe gegenüber jenen marsischen Stadtbauern für geeignet hielt.

IV.

Im ersten Jahr des Marsischen Krieges war der Kampf ingefährliche Nähe der Hauptstadt getragen worden, indem die