Teil eines Werkes 
1 (1931) Von der ältesten Zeit bis auf Kaiser Konstantin
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Der Bundesgenossenkrieg

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Gajus Gracchus diesem nachrief, als er seinen letzten Weg zumAventin ging:Das Verderben hat gesiegt, von nun an wird mitGewalt und mit dem Schwert Gericht gehalten.

Es muß endlich an dieser Stelle hervorgehoben werden, daßnichts soviel wie der Bundesgenossenkrieg und sein staatsrecht-liches Ergebnis dazu beigetragen haben, daß die nach ihm kom-menden monarchischen Usurpatoren (Sulla, Caesar, Octavianus ),indem sie die Römer und Rom mit eisernem Griff packten, siedamit alle Italiker und ganz Italien in die Hand bekamen.

Der Bundesgenossenkrieg beantwortete die Frage der Exi-stenz des römischen Reiches bejahend unter der Bedingung, daßein Kaiser sich finde, es zu schaffen und zu regieren.

Diese Bedingung erfüllten aber erst später Julius Caesar und Octavianus Augustus .

VI.

Uber die sogenannte Sulpizische Revolution, welche unmit-telbar auf den Bundesgenossenkrieg folgte, ist nur weniges zusagen.

Sulpicius Ruf us (12488), ein Mann von seltenerBegabung, unübertroffener Beredsamkeit und leidenschaftlichemEhrgeiz, ursprünglich Mitglied der Senatspartei von gemäßigterRichtung, ließ sich für das Jahr 88 zum Volkstribun wählen,während die Jahreskonsuln L. Cornelius Sulla und O. Pompe jusRufus waren. Er umgab sich mit einer Leibwache von 3000Bewaffneten und mit einer anderen auserwählten Schar von 600Männern aus dem Ritterstand, welche er seinen Gegensenatnannte. Außer anderen volksparteilichen Gesetzen brachte erden Gesetzesantrag ein, die Bundesgenossen in die alten 35 Tri-bus zu verteilen. Als die Konsuln die Abstimmung verhinder-ten, erregte er einen Aufstand, in welchem der Sohn des KonsulsPompe jus getötet wurde. Die Konsuln flohen. Sulla rettetesich, wie erzählt wird, indem er in dem Hause seines Gegners