Teil eines Werkes 
1 (1931) Von der ältesten Zeit bis auf Kaiser Konstantin
Entstehung
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Rom und Italien von 91 bis 29 v. Chr.

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Marius Zuflucht suchte und fand. Sulla ging zum kainpanischenHeer.

Sulpicius setzte sein Gesetz durch und ließ durch Volks-beschluß den Oberbefehl gegen Mithridates dem Sulla entziehenund auf Marius übertragen. Sulla versammelte seine Truppenund erregte solche Verbitterung unter ihnen, daß sie die Abge-sandten des Marius, welche sie für diesen zu gewinnen gesuchthatten, steinigten und den Sulla aufforderten sie nach Rom zuführen. Sulla rückte mit 6 Legionen gegen Rom . Vor der Stadtangelangt ließ er zuerst einige Tore und die Tiberbrücke durchseine Truppen besetzen, dann rückte er in die Stadt ein, nichtohne Belästigung durch die Bevölkerung, die von den DächernSteine und Feuerbrände gegen die Soldaten schleuderte, bisSulla erklärte, er werde die Stadt anzünden lassen, wenn mansich nicht der Feindseligkeit enthalte.

Auf dem Esquilinischen Hügel traf Sulla auf die Streit-kräfte des Marius und des Sulpicius. Es kam zu einer förmli-chen Schlacht, in welcher Sulla nach blutigem Kampfe siegte.

Sulla traf in Rom nunmehr Anordnung, um die Erfolge sei-nes Sieges zu sichern. Er ließ zwölf Häupter der Gegenparteidurch den Senat ächten, darunter Marius und Sulpicius. Erste-rer entkam nach Afrika . Sulpicius wurde von einem seinerSklaven ermordet. Diesen Sklaven beschenkte Sulla , typisch fürseinen Charakter, zur Belohnung für seine Tat mit der Freiheit,dann aber ließ er ihn zur Strafe für die gegen seinen Herrn be-gangene Untreue vom Tarpejischen Felsen herabstürzen.

Als wichtigstes verordnete Sulla, daß in Zukunft nur durchdie Zenturiatkomizien und auf Grund eines Vorbeschlusses desSenats Gesetze erlassen werden sollten. Unter seiner Leitungwurden die Konsuln für das nächste Jahr, 87, gewählt.