Teil eines Werkes 
1 (1931) Von der ältesten Zeit bis auf Kaiser Konstantin
Entstehung
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Rom und Italien von 91 bis 29 v. Chr.

wurden, 4000 Mann wurden gefangen. Diese ließ Sulla amdritten Tage nach der Schlacht in die Stadthalle nach demMarsfeld führen und dort bis auf den letzten Mann niederhauen.

Es war eine Entscheidungsschlacht, welche auch die in Prae-neste unter Marius noch eingenisteten Reste der Aufständischenveranlaßte, die Stadt zu übergeben, nachdem Marius vergeblichdie Flucht versucht und sich dann selbst getötet hatte.

Nach der Einnahme von Praeneste ließ Sulla alle die in derStadt waren mit Ausnahme der Weiber und Kinder ohne Urteilniedermachen, 12,000 an der Zahl.

Des Marius und seiner italischen Bundesgenossen ausgespro-chener Plan war auf Überrumpelung und Zerstörung der StadtRom gerichtet gewesen, und es hatte, wie die Geschichtsschreibersagen, ein Tag gedroht wie der 20. Juli, 390, der Tag der Gallier.

Rom war gerettet, Sulla Herr des neuen Italien .

IV.

Nicht anders als Marius im Jahre 87 schritt Sulla zuerst zueinem Blutbad, das er sein Strafgericht gegen die Aufrührernannte, und welches er über Rom und ganz Italien verhängte. Erbezeichnete den 1. Juni des Jahres 81 als den Tag, an welchemdie Vollstreckung beendigt sein werde. Dieser Tag wurde abernicht innegehalten.

Auf den Kopf jedes Aufrührers setzte Sulla für den Angeber12,000 Denare (etwa 15,000 Mark). Die Namen der zur Hin-richtung bestimmten Personen machte er öffentlich bekannt(die berüchtigten Proskriptionslisten). Am ersten Tag wurden80, am zweiten und dritten je 220 Namen bekannt gemacht.Die Gesamtzahl der demgemäß Gemordeten wird auf 4700 ange-geben. Die vielen Tausende der Sklaven der Ermordeten wur-den für frei erklärt. Der aus der Einziehung der Güter gewon-nene Ertrag soll sich auf 350 Sesterzien (etwa 100 MillionenMark) belaufen haben. Gegen die Städte und Landschaften deritalischen Bundesgenossen, welche Widerstand gegen Sulla gelei-stet hatten, verfuhr dieser mit Niederreißung der Stadtmauern,