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nähme der königlichen Gewalt handle, und daß Sulla der wahreund letzte Urheber der vollen staatlichen Einheit Italiens gewor-den sei. (Th. Mommsen röm. Geschichte Bd. II S. 377).
An Angriffen gegen die Sullanische Verfassung fehlte esfreilich von Anfang an nicht. Blutig aber erfolglos war der Auf-stand des M. Aemilius Lepidus, 78—77, welcher damit endete,daß Lepidus, welcher aus Etrurien mit einem Heer gegen Rom anrückte, an der Milvichen Brücke durch den Prokonsul Ca-tulus völlig geschlagen wurde.
Offene und starke Unzufriedenheit mit der SullanischenStaatsreform machte sich von Anfang an im Heer geltend. ZumAusdruck gebracht wurde sie namentlich durch Pompejus . Hier-über wird nachstehend eingehend berichtet.
Kapitel III.
1.
er mit dem Ausscheiden Sullas aus dem römischenStaatsleben beginnende Zeitabschnitt, welcher mitder Ermordung Caesars schließt, enthält eine Ent-wicklung der Stadt Rom von ganz anderem Charak-ter als derjenige irgend einer anderen Periode im Leben derStadt. Zwar wenn man die Annalen durchblättert, hat manleicht den Eindruck, dieser Zeitabschnitt sei nicht anders gear-tet, als das vorhergehende Jahrhundert. Anstelle der Gewalt-menschen Marius, Cinna, Sulla seien die nicht weniger kriege-rischen Feldherren Pompejus, Crassus , Caesar aufgetreten. Essei in Afrika, Spanien, Asien ebenso unmenschlich wie vorher, mitdem Erfolge großer Gebietsvermehrungen, gekämpft. Die Zahlder Provinzen sei um Gallien, Pontus, Syrien vermehrt worden.Alles dies aber habe sich ohne Wandlung des Charakters und desinneren Sinnes der Dinge vollzogen.