Teil eines Werkes 
1 (1931) Von der ältesten Zeit bis auf Kaiser Konstantin
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Pompejus und Caesar

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ihm selbst eine Statue von Erz, auf einer Kugel, dem Sinnbilddoch zogen diese nicht auf das Kapitol, sondern wurden, sobaldder Wagen des Triumphators zum Forum gelangte, in die Ge-fängnisse geführt, oftmals dann sogleich getötet.

Diesem letzten Schicksal unterlag bei Caesars Triumph desJahres 46 der gallische König Vercingetorix , welcher zu diesemBehufe seit 52 in Rom in Kerkerhaft gehalten war.

Hinter den Gefangenen folgten die für den Jupiter Capito-linus bestimmten Opfer, und dann unmittelbar vor dem Triumph-wagen die Lictoren mit den fasces laureati. Um sie herum hat-ten die Musikanten (cornicines) und Sänger zum Absingen derTriumphlieder ihren Platz. An den Triumphwagen schloß sichdas siegreiche Heer, jeder Soldat mit Lorbeer geschmückt undin dem Glanze seiner errungenen Belohnungen und Ehrenzeichen,alle mit dem Geschrei: Io triumphe! was unaufhörlich von dembegleitenden und umwogenden Volke wiederholt wurde. Auchsangen sie Loblieder auf die Großtaten ihres Feldherrn, unterdie sie bisweilen wohl scherzhaften Spott mischten. So ging derZug nach dem Kapitol, wohin sich schon vorher der gange Senatin weißen Kleidern begeben hatte. Hier brachte der Triumpha-tor dem Jupiter seinen Dank und sein Opfer dar und deponierteseine goldene Kette und einen Teil der Beute. Darauf wurde dasHeer mit seinem Anteil an der Beute entlassen.

Das ganze beschloß ein feierliches Mahl, bei welchem dieKonsuln, obschon eingeladen, nicht erschienen, damit niemandvon höherem Imperium gegenwärtig sei.

Wie Caesar vom Senat empfangen, geehrt und über alleMaßen ausgezeichnet wurde, sei nach Peter, Geschichte RomsBd. II, S. 372 mitgeteilt.

Caesar wurde zum Diktator auf 10 Jahre und zum Aufseherüber die Sitten (praefectus moribus) auf 3 Jahre ernannt, mitwelchem letzteren Amte ihm die ganze censorische Gewalt über-tragen wurde. Außerdem wurde beschlossen, daß ihm beimTriumph 72 Lictoren folgen sollten, daß sein Triumphwagen von4 weißen Pferden gezogen, und nach gemachtem Gebrauch aufdem Kapitol der Statue des Jupiter gegenüber aufgestellt, daß

Neomario, Geschichte der Stadt Rom

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