Teil eines Werkes 
1 (1931) Von der ältesten Zeit bis auf Kaiser Konstantin
Entstehung
Seite
213
Einzelbild herunterladen
 

Caesars Werk. Sein Tod

213

Jahres .|g mit seinem Heer nach Brundisium, um nach Epirus überzusetzen und den Pompe jus zu bekriegen, welcher inCaesars Abwesenheit ein Heer von 9 Legionen, 7000 Reitern,eine Flotte von 500 Kriegsschiffen nebst zahlreichen Hilfstrup-pen gesammelt hatte und in Thessaionike eine Staatsregierung,einen Senat und eine Hofhaltung eingerichtet hatte.

Caesar hatte im Jahre 49 die Alleinherrschaft noch nichterrungen. Er hatte sie aber in bewußter Weise vorbereitet. Sei-nen Aufenthalt in Rom benutzte er nicht zur Ergreifung derhöchsten Macht, sondern nur zur Gewinnung der höchsten Staats-ämter für sich und seine Anhänger, sowie zu populären Maßnah-men: Schuldenerleichterung für die Bürger, Aufhebung frühererVerbannungsdekrete, Erteilung des Bürgerrechtes an die trans-padanischen Gallier.

Auch mit seinem Feldzug gegen Pompejus , welcher durchdessen Besiegung bei Pharsalus , 9. August 48, beendet war, undnach dem Tode des Pompejus (Oktober 48) hatte Caesar nachseiner eigenen Auffassung die Alleinherrschaft in dem von ihmverfolgten Sinn nicht erreicht. Erst die Besiegung der Nachfol-ger des Pompejus bei Thapsus, 6. April 46, war nach CaesarsAuffassung wie nach derjenigen der Gegner (Cato Uticensis )dasjenige Ereignis, welches die Republik beendete und die letz-ten Hindernisse für die Alleinherrschaft Caesars beseitigte.

Die Rückkehr Caesars nach Rom im Juni 46 galt ihm selbstals endliche Heimkehr aus allen Kämpfen, als Einleitung reicherund dauernder Friedensarbeit und zu der förmlichen, durchgrei-fenden Neuordnung der Staatsordnung. Wenn er durch die neueBeunruhigung in Spanien sich genötigt sah, noch einmal dorthinals Feldherr zu kommen und dadurch die Zeit von November 46bis September 45 für jene Aufgaben zu verlieren, so war dies eineWidrigkeit, die er als sehr schwer empfand. Die Mög-lichkeit, daß ihm nur noch eine Lebenszeit von wenigen Monatenbevorstehe, lag wahrscheinlich nicht außerhalb des Bereiches sei-ner Gedanken, hat ihn aber weder beunruhigt noch gespornt.